Hüpfende Untermieter

Klein - aber oho!

Kaum ein Hundebesitzer, der nicht schon diese nervigen Untermieter zu Hause hatte...

 

Man fängt sich die Flöhe aber auch so leicht ein. Da sie gut und weit springen können, ist häufig nicht mal ein direkter Kontakt mit anderen Tieren notwendig. Außerdem können die Flöhe auch einfach so in der Umwelt auf ihr nächstes Opfer lauern.

 

Ganz üble Floh-Taxis sind beispielsweise Igel. Deshalb passe ich immer auf, das meine Kromis möglichst nicht in die Nähe von Igeln kommen.


Saisonware?

Leider nein. Flöhe sind ganzjährig aktiv und vermehren sich, wenn sie eine Nahrungsquelle (Wirt) gefunden haben, rasant.


Anzeichen?

  • Unruhe
  • ausdauerndes Kratzen wegen starkem Juckreiz (nicht immer)
  • Hautentzündungen
  • Haarbruch
  • Fellausfall

Floh-Befall?

Sehr gerne sitzen sie zum Beispiel auf der Kruppe am Rutenansatz. (Aber natürlich nicht nur da.) Und dann sind die auch noch so klein und braun, so dass man sie oftmals gar nicht gleich bemerkt.

 

Siehst du da gerade keinen Floh? Sorry - das bedeutet leider noch keine Entwarnung!

 

Denn nur der geringste Anteil (ca. 5%) der Floh-Bevölkerung hockt auf deinem Hund. Die anderen 95% machen es sich gerade irgendwo anders bequem: Im Körbchen, auf dem Sofa, an deiner Kleidung, Kissen, Decken, Bodenritzen, in deinem Bett, im Teppich, im Auto, ...

 

Nimm dir ein Stück feuchtes Küchenpapier und einen Flohkamm. Kämme damit das Fell deines Kromis und wische alles, was sich im Kamm verfangen hat auf das feuchte Papier. Sind da kleine schwarze oder braune Kügelchen dabei, die auf dem feuchten Untergrund rötlich verlaufen? Oder wenn du es etwas zerreibst wird es rötlich?

 

Bingo! Das ist Flohkot. Und dann hat dein Hund Flöhe. Anders kann das Zeugs nämlich nicht auf deinen Hund kommen. Und der Flohkot ist gleichzeitig die Nahrung für den Floh-Nachwuchs (Larven). Innerhalb kürzester Zeit werden aus einem plötzlich Hunderte und der Flohzirkus nimmt Fahrt auf.


Folgen?

Flohbisse oder besser gesagt der Speichel können allergische Reaktionen auslösen, die Hautveränderungen, Ekzeme, Verkrustungen, Haarbruch etc. verursachen können.

 

Auch sogenannte "Hot Spots" sind möglich. Das sind bakterielle, eitrige, stark juckende, manchmal ziemlich großflächige und nässende Hautentzündungen. Diese bedürfen immer der tierärztlichen Behandlung.

 

Leider sind Flöhe auch Überträger der Larven des Gurkenkernbandwurms, weshalb nach einem Flohbefall auch immer eine Entwurmung durchgeführt werden sollte.

 

Bei ganz heftigem Flohbefall kann es sogar zur Blutarmut kommen. Allerdings davon meist nur Welpen betroffen, die bis zu zehn Prozent ihres Bluts verlieren können.

 

Und nicht zuletzt, können die Flöhe auch auf dich übergehen und sogenannte Zoonosen (Krankheiten, die Mensch und Tier betreffen) übertragen!


Den Kampf aufnehmen!

Den Hund einmal abduschen und gründlich saugen oder wischen reicht leider nicht aus, um die Flöhe vollständig zu verbannen. Dahinter verbirgt sich leider ein riesiger Aufwand, weshalb ja alle die Untermieter so verfluchen.

 

  • Es gibt Tabletten gegen Flohbefall. Besprich das am besten mit deinem Tierarzt.
  • Hund mit speziellem Anti-Floh-Shampoo baden.
  • Ggf. Spot-Ons und/oder Sprays (erst nach dem Baden) verwenden.
  • Alle Tiere im Haushalt behandeln!
  • Alle Betten, Decken, Kissen, Kleidung, Spielis, Gardinen, ... so heiß wie möglich waschen.
  • Nicht waschbare Spielis können auf eingefroren werden; mindestens für 24 Stunden.
  • Dampfreinigen von Teppichen, Polstermöbeln (Spalten und Ritzen nicht vergessen), Matratzen, ... bei gleichbleibend hoher Temperatur und Dampfausstoß.
  • Alles was nicht waschbar ist, mit einem Fogger oder Spray behandeln.
  • Nicht vergessen, auch das Auto äußerst gründlich zu reinigen.
  • Hund täglich mit Flohkamm auskämmen.
  • Täglich gesamten Wohnbereich gründlich saugen und anschließend den Staubsaugerbeutel in einer dicht verschlossenen Plastiktüte entsorgen. Beutellose Sauger auch sofort entleeren und reinigen.

So eine erfolgreiche Flohbekämpfung dauert durchaus 2 - 4 Wochen, kann sich aber durchaus auch mal über Monate hinziehen.


Vorbeugen?

Auch hier gibt es wieder jede Menge Möglichkeiten:

Hausmittelchen

  • Bio-Kokosfett
  • 5 Tropfen Teebaumöl, Zitronellöl, Rosmarinöl, Pfefferminzöl und Eukalyptusöl mit einer Tasse Wasser mischen. Mischung schütteln und in eine Sprühflasche füllen. 
    Achtung: Nur für Hunde! Auf keinen Fall nutzen, wenn Katzen im gleichen Haushalt leben
  • Fell nach jedem Gassi-Gang mit Flohkamm kontrollieren
  • pflanzliche Spot-Uns (z.B. von CD-Vet)
  • ...

chemische Keulen

  • Halsbänder
  • Spot-Ons
  • Tabletten
  • Sprays
  • ...

Ob du Prohylaxe betreiben möchtest und wenn ja, welche, musst du wieder für dich allein bewerten. Informiere dich gut und vielseitig, wäge Pros und Cons für dich ab und triff dann die Entscheidung, mit der du gut leben kannst.