Hereditäre Fußballen-Hyperkeratose (HFH)

auch: Digitale Hyperkeratose (DH) oder Corny Feet


ACHTUNG!

Bitte berücksichtige beim Weiterlesen, dass ich absoluter medizinischer und kynologischer Laie bin. Ich habe alles selbst im Internet recherchiert oder bei Dritten hinterfragt. Eventuell habe ich nicht alle Aspekte dargestellt. Vielleicht treffe ich nicht immer die richtige Wortwahl. Wenn etwas un- oder missverständlich ist, melde dich bitte bei mir. Dann versuche ich das besser zu recherchieren und ggf. anzupassen.

Bei weitergehenden Fragen, wende dich bitte an den RZV oder einen Tierarzt deines Vertrauens. Auch bitte ich dich, anhand meiner Ausführungen hier keinerlei Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand deines Hundes zurückzuführen. Dafür wende dich bitte ebenfalls an einen Tierarzt. Danke.


Was ist das?

Hyperkeratose steht für: übermäßige Verhornung der Haut. 

 

Die Ballen der betroffenen Hunde werden zunehmend härter, trockener und spröder, bis sich Risse und Brüche zeigen, durch die es zu Sekundärinfektionen kommen kann. Die Ballen sind nicht rund und elastisch, sondern eher platt. Außerdem kann es zu Wucherungen, den sog. Hornzapfen, kommen. Die Krallen wachsen übermäßig schnell, wodurch diese nicht abgelaufen werden können und sich verformen.

 

Aufgrund dieser Symptome wird die Erkrankung auch als „Corny feet“ bezeichnet.

 

Die HFH kann nicht geheilt, aber gut behandelt werden. Bei den betroffenen Hunden ist eine sorgfältige Pflege der Ballen notwendig, damit die Haut geschmeidig und weich bleibt. Die Krallen müssen regelmäßig kontrolliert und unter Umständen geschnitten werden.

 

Auf Lebensdauer und –qualität des Kromis hat diese Erkrankung bei guter Pflege der Ballen und Krallen kaum Einfluss. Jedoch ist der Pflegeaufwand größer als bei einem gesunden Hund.

 

Bei der Wurfabnahme mit acht oder neun Wochen sind die betroffenen Welpen noch völlig unauffällig. Erste Symptome dieser Erkankung zeigen sich meist ab einem Alter von 4 - 9 Monaten.

Genetik & Zuchthygiene

An sich dürften bei den nach März 2014 geborenen Kromfohrländern keine Neuerkrankungen der HFH mehr auftauchen. Seither gibt es einen für Kromfohrländer validierten Gentest, dessen Ergebnis bei der Zuchtzulassung vorzulegen ist. 

 

Das "Gute" an dieser Erkrankung ist, dass sie autosomal-rezessiv vererbt wird. Für den Fall, dass dir die Regeln der Vererbungslehre nicht so geläufig sind, versuche ich dir die Bedeutung dieses Vererbungsganges zu erläutern:

 

Für jedes Merkmal liegen im Genom zwei Kopien vor. Je eine Kopie erhält das Tier von seinem Vater und die andere von seiner Mutter. Wird ein Merkmal autosomal-rezessiv vererbt bedeutet dies, dass ein Tier nur erkrankt, wenn es je ein betroffenes Gen von Vater und Mutter erhalten hat. Es müssten dafür also sowohl das Vater- als auch das Muttertier das mutierte Gen tragen (selbst aber nicht unbedingt erkrankt sein).

 

Es können drei verschiedene Genotypen auftauchen:

  • Genotyp N/N (homozygot gesund):
    Dieser Kromi trägt die Mutation nicht in sich und kann die Mutation daher auch nicht an seine Nachkommen weitergeben.
  • Genotyp N/mut (heterozygote Träger):
    Dieser Kromi trägt eine Kopie des mutierten Gens. Die andere Gen-Kopie ist jedoch gesund. Er wird aller Wahrscheinlichkeit nach selbst nicht an HFH erkranken, kann die Mutation aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an seine Nachkommen weitergeben.
  • Genotyp mut/mut (homozygot betroffen):
    Dieser Kromi trägt zwei Kopien des mutierten Gens in sich und hat ein extrem hohes Risiko selber an HFH zu erkranken. Er gibt die Mutation zu 100% an seine Nachkommen weiter.

Homozygot betroffene oder gar selbst an HFH erkrankte Kromis werden nicht zur Zucht zugelassen.

 

Heterozygote Träger der HFH-Mutation werden mit einer Zuchtauflage zur Zucht zugelassen: Diese Träger geben die mutierte Erbanlage mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an ihre Nachkommen weiter. Bei der Verpaarung von zwei Trägern besteht das Risiko, dass ein Teil der Welpen (25%) an HFH erkranken kann. Weitere 50% würden Träger der Mutation werden, während nur 25% frei von der Mutation wären. Eine solche Verpaarung wird der RZV nicht genehmigen.

 

Trotzdem sollten und werden diese heterozygoten Träger beim RZV nicht kategorisch von der Zucht ausgeschlossen. Aufgrund der autosomal-rezessiven Vererbung der HFH, kann eine Erkrankung der Nachkommen ausgeschlossen werden, wenn diese Träger ausschließlich mit homozygot gesunden Kromis verpaart werden.

 

Aus einer solchen Verpaarung dürften wahrscheinlich zu je 50% homozygot gesunde Kromis und heterozygote Träger hervorgehen. Selber erkranken sollte keiner dieser Welpen.

 

Daher bekommt ein hetrozygoter Träger dieser Mutation die Zuchtauflage, dass sein Partner anlagefrei sein muss.

 

Durch diese Zuchtlenkungsmaßnahme wird also Neuerkrankungen vorgebeugt, ohne den gesamten Genpool der Kromis einzuschränken, was passieren würde, wenn der RZV auch alle heterozygoten Träger kategorisch aus der Zucht nähme. 

Mein Fazit

Perfekt! Alle in der Zucht befindlichen Kromis wurden getestet. Das Ergebnis ist im Zuchtprogramm hinterlegt. Optimale Voraussetzungen für eine konsequente und erfolgreiche Zuchtlenkung. Was will man mehr?