Zecken-Alarm!

Mist-Viecher

  • Zecken lieben weiche, gut durchblutete und dünne Hautstellen besonders: Lefzen, Augenlider, Ohren, After, Genitalien, Unterbauch - am Übergang zu den Beinen, Brust, bei Menschen auch Lenden und Kniekehlen. Aber eigentlich stechen Zecken überall, also am ganzen Körper zu.
  • Sie gehören zu den Spinnentieren. Ich ekle mich vor Spinnen. Vielleicht finde ich deshalb auch die Zecken so blöd?
  • Zecken orientieren sich bei der Nahrungssuche am Geruch: Ammoniak, Buttersäure und Kohlenmonoxid sind Stoffe, die Menschen und Tiere abgeben und die Zecken zu uns und unseren Hunden führen.
  • Zecken können bis zu 15 Tage an ihrem Wirt saugen. Sind sie satt und kugelrund, fallen sie einfach ab.
  • Unter Laborbedingungen konnten Zecken nach einer einzigen Blutmahlzeit bis zu zehn Jahre ohne weitere Nahrung überleben. Der "gemeine Holzbock", die Zeckenart die bei uns mit am häufigsten vorkommt, lebt in der Natur wohl so 3 bis 5 Jahre.
  • Zecken haben kaum natürliche Feinde.
  • Zeckenstiche schmerzen nicht. Und jucken erst, wenn die Biester schon wieder weg sind.
  • Zecken können mit ihrem Stich diverse Krankheiten übertragen:
    • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
    • Babesiose
    • Ehrlichiose
    • Anaplasmose (Übertragung erst nach ca. 24 Stunden des Saugens)
    • Borreliose (Übertragung erst nach ca. 24 Stunden des Saugens)
    • und noch mehr

     

  • Aus diesem Grund sollte man möglichst vermeiden, dass eine Zecke überhaupt zustechen kann. Ist das jedoch bereits geschehen, sollten die Zecken so schnell wie möglich entfernt werden.
 

Man hört immer, Zecken-Saison sei in Deutschland von Februar bis Oktober.

 

Aber so einfach lässt sich das nicht eingrenzen. Zecken fallen in eine Art Winterstarre oder Winterschlaf, wenn die Temperatur unter 7° Celsius fällt. Wird es wieder wärmer, sind sie sofort wieder aktiv. Ist unser Winter also mild, gibt es womöglich gar keine zeckenfreie Zeit.

 

 

Ich kann machen was ich will, die Zecken lieben meine Kromis. Und ich habe schon so viel probiert:

 

 
 

Kabous und mein erster Versuch lautete 2013 ein Spot-On aus natürlichem Öl von cd-vet. Furchtbar! Das roch so intensiv nach Teebaumöl. Nicht gerade mein Lieblingsduft... Wie mochte das für Kabous viel bessere Nase riechen, wenn ich es schon so schlimm empfand?

 

Nun, das zeigte er mir sehr schnell und sehr deutlich: Schaute ich auch nur in Richtung dieses kleinen Fläschchens, gab Kabou Hackengas und versteckte sich irgendwo. Und die ersten 3 Wochen sollte ich ihn täglich damit beträufeln. Nee, nicht mit uns.


 
 

 

Kurz mit Kabous Züchterin telefoniert, die uns ein anderes Spot-On (Verminex) empfahl. Sie hat damit gute Erfahrungen gemacht. Okay. Gekauft.

 

Jupp, dass war für meine Nase zumindest ziemlich geruchsneutral. Aber wohl auch für die Braunschweiger Zecken. Jedenfalls hatte ich nicht den Eindruck, das Kabou seltener als zuvor angezapft wurde.

 

So ist das eben, was bei dem einen Hund hilft, muss beim nächsten nicht die gleiche Wirkung erzielen.


 
 

 

Im Park rieten mir viele Hundebesitzer zu Bernsteinketten. Ungeschliffene Bernsteine seien besser als geschliffene.

 

Bernstein ist ja gar kein Stein, sondern fossiles Harz. Dieses sondert ätherische Öle ab und erzeugt durch die Reibung am Fell auch eine elektrostatische Ladung. Beides wirkt abschreckend auf Zecken. Angeblich. Kann sein. Ich weiß es nicht.

 

Wir kamen nicht wirklich dazu, es auszuprobieren, denn die Ketten waren bei Kabou immer wieder schnell zerrissen. Passierte das draußen, waren auch Bernsteine meist weg. Das wurde irgendwann nicht nur nervig, sondern auch teuer. Ich hatte immer mal vor, einen Anhänger für's normale Halsband selber zu basteln. Bei dem Plan ist es bisher geblieben...


 
 

 

Unserer damalige Tierärztin empfahl uns Zeckenhalsbänder. Die würden auch die ganze Saison wirken. Hm...

 

Zuhause im Internet recherchiert: Da gibt's ja einige; von Beaphar, Scalibor, Seresto, Trixie, ... Verunsichert war ich schon nach dem ersten Überfliegen:

  • Kinder und Säuglinge sind fernzuhalten.
  • Nicht für Welpen unter 7 Wochen geeignet.
  • Nach dem Anfassen unbedingt Hände waschen.
  • Vor dem Schwimmen soll das Halsband abgenommen werden, da es eine Gefahr für Fische und andere Wasserorganismen darstellen kann.
  • Entsorgung soll vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen erfolgen. 

Warum? Naja, in das Halsband sind Insektizide eingearbeitet, wie in vielen Spot-Ons ebenfalls. Gift. Nervengift. Und das soll ich meinem Kromi, damals noch ein Junghund, monatelang tragen direkt auf der Haut lassen?

 

Für uns Menschen schädlich.

Für die Zecken auch.

Für Fische ebenfalls.

Für Katzen sogar tödlich.

Aber für Hunde keine Gefahr?

 

Glaubte ich nicht. Dabei hatte ich einfach kein gutes Gefühl. (Außerdem fand ich die Dinger einfach nur hässlich...)


 
 

 

Dann erhielt ich den Tipp mit dem Tic-Clip von Anibio. Auch nicht gerade ein günstiges Vergnügen.

 

Der Tic-Clip ist ein Anhänger, den man einfach am Halsband befestigt. Da der Hund den Anhänger möglichst den ganzen Tag tragen soll, trug Kabou zunächst ein zweites Halsband (sein Welpenhalsband) und später ein dünnes Lederband.

 

Der Anhänger besteht angeblich aus einem hochwertigen Edelmetall und einer speziellen Beschichtung. Alle ein bis zwei Wochen soll man ihn unter fließendem, kalten Wasser wieder "reaktivieren".

 

Ich habe bis heute nicht verstanden, wie das Ding funktioniert, aber Kabou hatte tatsächlich die ganze restliche Saison keine einzige Zecke mehr!

 

Eigentlich soll der Anhänger 2 Jahre lang wirken. - Naja, die Braunschweiger Zecken schienen sich daran gewöhnt zu haben. Im nächsten Jahr brachte Kabou wieder Zecken mit nach Hause...


 
 

 

Die nächsten zwei Produkte wende ich gemeinsam an: Kokos-Öl und Lavendel-Öl. Ich verflüssige das Kokos-Öl im Wasserbad, füge dann einige Tropfen Lavendel-Öl hinzu und vermenge dies. Dann darf das Öl wieder aushärten.

Ungefähr einmal wöchentlich entnehme ich eine Mini-Menge des festen Öls, verflüssige es durch Reiben zwischen meinen Händen und streiche ganz locker über meinen Kromi. Erst wenn überall ein Hauch Öl angekommen ist, gehe ich ins massieren über. Danach bürsten, weil sie sonst zottelig aussehen.

  • Taste dich langsam an die benötigte Menge heran. Es ist wirklich nur sehr wenig erforderlich. Anderenfalls glänzt dein Kromi wie eine Speckschwarte.
  • Auch die geringe Menge sorgt für einen schönen Glanz und pflegt Haut und Fell.
  • Abgesehen davon liebe ich einfach den Kokos-Geruch.

Kokos-Öl kann man auch ins Futter geben.

 

Ob uns das ins Sachen Zecken-Abwehr wirklich weiterhilft? Keine Ahnung. Aber wer weiß, wie viele Zecken meine beiden ohne diese Behandlung mit nach Hause bringen würden?


 
 

 

Zusätzlich gebe ich meinen Kromis ein paar Tropfen Schwarzkümmelöl in Futter und/ oder Trinkwasser. Die ätherischen Gerüche wird nach einiger Zeit über die Haut wieder ausgedünstet, was ich jedoch nicht wahrnehme.

 

Ich erhoffe mir davon, dass es den körpereigenen Geruch, der die Zecken anlockt, etwas überdeckt. Angeblich schmeckt den Zecken dann auch das Blut nicht mehr. Die Hoffnung stirbt halt zuletzt. Auch hier kann ich dir nicht sagen, wie viel es wirklich bringt.

 

Schwarzkümmelöl wird übrigens noch weitere, wundersame Wirkungen nachgesagt:

  • Regulierung sowie Stärkung des Immunsystems
  • Regulierung der Darmflora
  • Verminderung des Allergie-Risikos
  • Verringerung der Häufigkeit epileptischer Anfälle
  • entzündungshemmende Wirkung rheumatisch-arthaitischen Erkrankungen
  • Schmerzlinderung
  • Beruhigung der Atemwege
  • Beschleunigung der Wundheilung bei Ekzemen
  • Einige Tropfen im Wasser, hält dieses angeblich länger frisch.

Aber: Zuviel davon kann die Leber schädigen.


 
 

 

Zu den möglichen Impfungen habe ich hier bereits etwas geschrieben.

 

 

Zähe kleine Biester! Ich persönlich glaube ja, dass Zecken zu den wenigen Spezies gehören, die selbst einen Atomkrieg überleben würden... Zumindest überleben sie beispielsweise nachweislich die Waschmaschine. Auch das Wegspülen in der Toilette tötet sie nicht. Selbst im Gefrierfach überleben sie mindestens 24 Stunden lang.

 

Du solltest die gefundenen Zecken bitte sofort töten. Sorry - sonst bin ich echt nicht so, aber bei diesen Dingern ist das absolut erforderlich. Sie suchen sich sonst nur direkt einen neuen Wirt. Im schlimmsten Fall bist du es oder wieder dein Hund.

 

Beim Töten solltest du darauf achten, dass du nicht mit den Körperflüssigkeiten der Zecke in Berührung kommst. Ist sie ein Krankheitsüberträger und hast du eine minimale Wunde, kann dies für eine Ansteckung bereits ausreichen. Einige zerquetschen Zecken mit ihrem Fingernagel, ist aber wegen des vorgenannten lediglich suboptimal.

 

Ansonsten ist Zerquetschen aber ein guter Ansatz! Drauftreten reicht jedoch leider nicht. Die Biester sind wirklich sehr robust. Bist du gerade draußen unterwegs, kannst du die Zecke zwischen zwei Steinen oder so zerdrücken. Drinnen legst du die Zecke zwischen ein gefaltetes Blatt (Küchen-)Papier und verwendest ein Glas, eine Flasche, der Rückseite des Zeckenhebers oder was sonst gerade greifbar ist. Das Blatt Papier mit der Zecke anschließend bitte sofort entsorgen.

 

 

Es gibt ein paar Mythen in Sachen Zecken-Entfernung:

  • Zecken beißen nicht. Das ist ein Irrglaube. Auch Zecken stechen.
  • Zecken nicht herausdrehen! Umliegende Haut mit zwei Fingern ein wenig spannen und dann einfach, aber vorsichtig nach oben ziehen. Das Drehen erhöht die Gefahr, den Kopf der Zecke vom Körper zu trennen, was wiederum ein Entzündungen mit sich bringen kann. Bitte geh in diesem Fall lieber zum Arzt.
  • Die Zecke bitte nicht mit Alkohol, Öl, Vereiser, Haarspray oder Klebstoff behandeln! Die Zecke wird in ihrem Erstickungskampf „erbrechen“. Die Krankheitserreger gelangen so noch schneller ins Blut.
  • Nicht lange an der Zecke herumdrücken, quetschen oder zerren! Die Zecke würde währenddessen vermehrt Speichel und somit mehr Erreger abgeben.
 

 

Das A & O bleibt das Absuchen der Hunde und das Entfernen der Zecken, da es leider keine 100% wirksame Mittel gegen Zecken gibt. Selbst bei den chemischen Keulen verbleibt ein Restrisiko.

 

Findest du eine angesaugte Zecke besteht die (theoretische) Gefahr, dass sich dein Hund bereits angesteckt hat. Je praller die Zecke, desto länger saugt sie schon, desto größer ist die Gefahr einer Krankheitsübertragung.

 

Dabei ist jedoch unbedingt zu berücksichtigen, dass nicht jede Zecke automatisch Krankheitserreger in sich trägt. Panik ist also nicht angebracht.

 

Am besten wäre es, wenn es ein Mittel gäbe, dass absolut sicher dafür sorgt, dass die Viecher dich und deinen Hund meiden. Bei allen "Hausmittelchen" gibt es gar keine Beweise für die Wirksamkeit, dafür auch meist keine oder geringe Nebenwirkungen. Bei den chemische Produkten gibt es gewisse Nachweise der Wirksamkeit, aber eventuell auch andere Nebenwirkungen.

 

Wenn du dich für ein chemisches Produkt entscheidest, achte bitte darauf, dass es nicht nur dann wirkt, wenn die Zecke bereits zugestochen hat und saugt, sondern dass das Produkt (zusätzlich) Repellents enthält, die die Zecken im besten Fall bereits vor dem Stechen abschrecken.

 

Aber auch ein chemisches Produkt befreit dich nicht von der Pflicht der Zecken-Suche im Fell deines Schatzes.

 

 
 

Bevor du dich entscheidest...

 
 

Informiere dich gut, vielseitig und wäge alle Pros und Cons gegeneinander ab. Ist der Verzicht auf Chemie das Risiko einer Ansteckung wert? Sind die möglichen Nebenwirkungen der chemischen Produkte vertretbar?

 

Das kannst nur du beurteilen. Denn du und dein Hund müssen gegebenenfalls auch mit den Konsequenzen - wenn es denn welche gibt - leben.

 

Mein Lieblings-Blogger hat sich zu diesem Thema auch ausgelassen.

 

Häufiges, gründliches Absuchen ist unerlässlich!

 

Seit wir in der Nähe von Hildesheim wohnen und dort oft unterwegs sind, befinden wir uns offensichtlich in einer norddeutschen Zecken-Hochburg. Einfach Unglaublich!

  • In der Hochsaison sammele ich schon während des Spaziergangs herumkrabbelnde Zecken ab. Auf dem weißen, recht kurzem Fell sieht man sie ganz gut. Im Laufe der Saison entwickele ich eine wahre Zecken-Paranoia: Wann immer ich etwas dunkles im Fell sehe, rufe ich meine Hunde heran und schaue nach. Oft ist es nur Dreck, aber es ist einfach besser, die Zecken anzusammeln, bevor sie zubeißen.
  • Nach dem Spaziergang - bevor meine Kromis ins Auto dürfen - werden sie noch mal gründlich abgesucht. In der Hochsaison sammele ich hin und wieder 20 Zecken herunter. Wenn es wirklich so viele sind, kämme ich sie meist erst mal mit einem Flohkamm aus. Dabei aber bitte nicht über die Haut kratzen, damit mit du bereits anhaftende Zecken nicht verletzt.
  • Die Zecken, die sich bereits festgesaugt haben, werden direkt entfernt. Mit den Zeckenzangen komme ich irgendwie nicht zurecht. Ich benutze Zeckenheber. Davon liegen immer welche zu Hause in der Küche, in meinem Portemonnaie und im Leckerli-Beutel. So habe ich die eigentlich immer in Griffweite.
  • Mindestens einmal täglich werden meine Kromis gründlich nach Parasiten, vor allem nach Zecken, abgesucht. Das verbinde ich meistens mit einer intensiven Kuschel- und Kraul-Einheit. Dann bemerkten meine Süßen erst worum es geht, wenn ich fündig geworden bin.
  • In der der Zecken-Hochsaison kommen meine Kromis nach jedem Spaziergang in diesen Genuss.