Kromis bleiben ungern allein?

Das lässt sich ganz klar und deutlich mit "JA, stimmt!" beantworten.

Sicherlich steht das auch in ursächlichem Zusammenhang damit, dass sich Kromis so an ihren Menschen hängen.

 

Genau genommen geht für den Kromi eine Welt unter, wenn seine Bezugsperson geht und den Kromi alleine lässt. Kromis sitzen dann häufig im Flur oder am besten direkt vor der Tür und warten, bis ihre Hauptbezugsperson wieder zurück kommt.

 

Lasse ich Kabou und Cataleya gemeinsam "allein zu Hause" laufen sie nach oben, setzen sich vor das bodentiefe Fenster im Arbeitszimmer und starren die ganze Zeit wie gebannt auf die Hofeinfahrt. Wenn ich wieder auf den Hof komme, rasen beide wie angestochen nach unten, um mich unten an der Haustür total übermütig zu begrüßen. Dann wird gesprungen, gegrinst, gefiept, gehechelt, alle erreichbaren Körperteile werden abgeschleckt,... Es fällt beiden total schwer, sich wieder zu beruhigen und ich schaffe es kaum, Schuhe und Jacke auszuziehen.

 

Bin ich mit Kabou unterwegs und Cataleya bleibt allein zuhause, lauert sie auch allein vor dem Bürofenster auf unsere Rückkehr. Zwischendurch wird auch mal lautstark nach uns gejault. Zusätzlich zu meiner stürmischen Begrüßung bei unserer Rückkehr, wird Kabou noch ordentlich angezählt, weil er sie ja auch allein gelassen hat. Ist ja auch eine Unverschämtheit von uns, oder?

 

Muss Kabou ganz alleine zu Hause bleiben, läuft er nicht nach oben. Er bleibt die ganze Zeit im Flur und starrt die Haustür an. Als ob er es nicht fassen könnte, was Cataleya und ich ihm da gerade antun. Während es bei Cataleya eher Empörung ist, leidet Kabou wirklich richtig. Er scheint wirklich zu glauben, dass wir ihn nun verlassen haben. Auch er ruft zwischendurch mal nach uns. Selbstverständlich ist auch hier die Freude groß, wenn Cataleya und ich "endlich" wieder zurück sind.

 

In der Zeit des Allein-seins wird nicht gespielt, nicht gefressen, nicht getrunken, nichts gekaut oder gekabbert (egal wie toll die Leckereien sonst sind),... Selbst ein mit Leberwurst oder anderen tollen Sachen gefüllter Kong wird nicht wahrgenommen.

 

Woher ich das weiß? Ich habe beide beim Alleinsein telefonisch abgehört und auch via Web-Cam gefilmt. Es ist wirklich nicht übertrieben, was ich hier schreibe.

 

Wie ich es gelesen und auch in der Hundeschule gelernt habe, ignoriere ich nicht nur dieses Verhalten sondern den ganzen Hund. Erst, wenn er/sie sich komplett beruhigt hat und sich auch hinlegen oder wenigstens hinsetzen kann, nehme ich langsam wieder Blickkontakt mit ihnen auf.

 

Erst nachdem ich die beiden dann ruhig begrüßt habe, können sie wieder etwas trinken. Nach meiner Abwesenheit haben sie eigentlich immer Durst; vor allem Kabou. Er trinkt sonst nicht wirklich viel, aber dann hat er einen richtig großen Flüssigkeitsbedarf.

 

War ich erst einmal weg (egal wie kurz!), werde ich den Rest des Tages nicht mehr aus den Augen gelassen. Auf Schritt und Tritt wird jede Bewegung von mir verfolgt. Nicht, dass ich die beiden womöglich noch mal "im Stich lasse"!!!

 

Wenn sich meine Kromis nach der Wiedersehensparty beruhigt und etwas getrunken haben, setze ich mich dann meist aufs Sofa und lese etwas, damit die beiden endlich richtig zur Ruhe kommen können. Es dauert kaum zwei Minuten und beide fallen ins Koma und schlafen und schlafen und... Nichtsdestotrotz bekommen sie sofort mit, wenn ich mich bewege, und heben (mindestens) den Kopf und beobachten, was ich nun wieder vor habe.


Von klein an muss man mit seinem Kromfohrländer üben, dass das Alleinsein gar nicht sooo schlimm ist. Nach zwei oder drei Tagen der Eingewöhnung bei dir, kannst du das Alleinsein-Training bereits starten. Wie das geht, erkläre ich dir im Palaneri-Eltern-Forum.

 

Auch wenn es dein Kromi besser verpackt bekommt und auch ein paar Stunden ohne Jaulen allein bleiben kann, er wird trotzdem leiden. Du solltest ihn nie länger als 4-5 Stunden pro Tag allein lassen. Und das ist wirklich das allerhöchste Maximum nach langem, intensiven Trainieren.


Denke daran!

Kromis sind Begleithunde. Und genau das möchten sie auch machen: Am Liebsten möchten sie jeden Tag rund um die Uhr bei ihrem Menschen sein und wollen ihn überall hin begleiten.