Sind Kromis anderen Menschen gegenüber zurückhaltend?

Meistens schon.

Ich kann diese Beobachtung so ganz teilen. Allerdings habe ich, da ich auch von dieser Zurückhaltung gelesen hatte, von Anfang an die Begegnung mit anderen Menschen trainiert. Wann immer uns anfangs beim Spazierengehen andere Menschen begegneten, steckte ich ihnen Leckerlis zu und bat sie, Kabou zu füttern und zu streicheln.

 

Dabei achtete ich darauf, dass möglichst verschiedene Menschen dabei waren: junge & alte, Männer wie Frauen, Dicke & Dünne, Große und Kleine, Kinder zu Fuß, mit Dreirad, Skateboard, und so weiter, Menschen mit Rollatoren oder Rollstuhl, an Krücken gehende Menschen, alle Haarfarben, verschiedene Hautfarben, Frauen mit Flatterröcken, Männer in langen dunklen Mänteln oder mit Hut, Nordic Walker,...

 

Kindern habe ich dabei auch gleich immer erklärt, dass sie immer erst den Besitzer des Hundes fragen müssen, bevor sie einen Hund anfassen und dass sie immer von der Seite die Hand heranführen sollen; nicht von oben. Dafür waren dann auch meist die Eltern gleich noch sehr dankbar.

 

Kleinere Kinder fand Kabou lange nicht so toll. Ich glaube, diese ungelenke, ungestüme, lautlärmende Art konnte er nicht gut einschätzen. Nach einigen Wochen war aber auch das kein Problem mehr.

 

In der Welpen- und Junghundezeit konnte ich diese Zurückhaltung weder bei Kabou noch bei Cataleya feststellen.

 

Cataleya befindet sich derzeit (Mitte 2018) noch in der Pubertät. Hier bleibt abzuwarten, wie sich dies weiter entwickelt. Bisher freut sie sich unbändig über jeden Menschen, den sie sieht (auch auf Entfernung) - unabhängig davon, ob sie die Menschen kennt oder nicht: Sie läuft grinsend hin und springt sie zur Begrüßung an. Das finden natürlich nicht alle Menschen wirklich toll, weshalb ich versuche, ihr das abzugewöhnen. Da sich jedoch (zu) viele Menschen über diesen süßen Fratz freuen, habe ich bisher nicht wirklich viel Erfolg mit meinen Training gehabt.

 

Bei Kabou begann die Zurückhaltung mit der Pubertät und verstärkte sich dann nach und nach. Das bedeutet jedoch nicht, dass Kabou Probleme mit irgendwelchen Menschen oder Begegnungen hat. Im Gegenteil: Andere (fremde) Menschen sind ihm einfach total egal. Meist scheint er sie gar nicht wahrzunehmen, geht einfach weiter und schnüffelt irgendwo.

 

Nähern sich ihm fremde Menschen, verhält sich Kabou unvoreingenommen Er hat keine Angst und weicht auch nicht aus. Allerdings nimmt er nur noch selten von sich aus Kontakt mit fremden Menschen auf. Also eigentlich genau so, wie ich es mir von meinem Hund wünsche.

 

Menschen, die Kabou kennt, werden allerdings weiterhin überschwenglich und voller Freude begrüßt. Wer es ihm erlaubt, wird auch gern dabei angesprungen und geknutscht.


Der Kromi ist wählerisch!

Kromis mögen aber nicht alle Menschen. Sie scheinen auch so etwas wie Sympathie und Antipathie zu empfinden. Erst beobachten sie und versuchen einzuschätzen, mit welcher Art Mensch sie es zu tun haben. Haben Sie aber jemanden in ihr Herz geschlossen, dann ist es eine Freundschaft für immer.

 

Menschen, die nicht in ihrer Gunst stehen, werden komplett ignoriert. Da wird auch schon mal ein Bogen gegangen, nur um dem Menschen nicht direkt zu begegnen. Dafür muss auch nicht zwingend etwas zwischen Mensch und Kromi vorgefallen sein. Da sind Kromis wohl ähnlich wie wir Menschen: Wenn ihm die Nase (oder was auch immer) nicht passt, dann hat sich das für den Kromi erledigt. Und man kann sie meist auch nicht vom Gegenteil überzeugen. 

 

Das sollte man wissen, bevor man sich einen Kromi in sein Leben holt. Es ist halt kein Golden Retriever oder Labrador, die (scheinbar) generell alle Menschen mögen. (Auch wenn meine Cataleya diesbezüglich die berühmte Ausnahme von der Regel zu sein scheint.)

 

Aus diesem Grund überlasse ich auch stets meinen Hunden die Entscheidung, ob sie von Fremden gestreichelt werden wollen oder nicht. Ich sage den Interessierten dann, sie mögen einfach mal ihre Hand hinhalten und die Hunde schnüffeln lassen. Sie würden dann schon erkennen, wie die Antwort lautet.

 

Da sind beide wirklich sehr deutlich! Ich meine, bei Cataleya ist die Antwort ja eh klar: Kuscheln, toben, spielen,...!!! Aber Kabou macht häufig Gebrauch von seiner freien Entscheidungsmöglichkeit: Möchte er nicht gestreichelt werden, dreht er seinen Kopf deutlich zur Seite oder geht sogar weg. Ist der Körperkontakt für ihn jedoch okay, stupst er an die Hand, leckt oder dockt sogar am Menschen an.

 

Diese Körpersprache haben bisher alle verstanden. Sogar kleine Kinder. Nur das Akzeptieren von Kabous "Neins" fällt Manchen schwer. Wenn ich dann aber frage, wie sie es finden würden, wenn alle, die ihnen begegnen, ihnen immer und ständig durchs Haar wuscheln würden, versteht es eigentlich wirklich jeder.

 

Wer also einen Hund möchte, der auf jeden zugeht um gekrault zu werden, und fremde Menschen wie auch andere Hunde liebt, der sollte besser eine andere Hunderasse als den Kromfohrländer wählen. 


Bitte trainieren!!!

Leider gibt es sehr viele Kromfohrländer, die sich gar nicht von Fremden anfassen lassen. Will man diese dann trotzdem berühren, schnappen sie schnell mal nach der fremden Hand - meist jedoch in die Luft daneben.

 

Das geht trotzdem überhaupt gar nicht! Meine Hunde haben zwar grundsätzlich die die Wahl, ob sie gestreichelt werden wollen oder nicht, aber wenn ich sage, dass sie sich jetzt anzufassen lassen haben, dann ist das auch so. Und zwar ohne Murren, Kratzen oder gar Schnappen!

 

Spätestens beim Tierarzt ist das superwichtig. Wer seinen Kromi ausstellen oder ankören lassen möchte, muss auch darauf achten, dass die Zuchtrichter den Hund stets untersuchen darf. Daher muss das „Sich-Anfassen-Lassen“ unbedingt von klein auf trainiert werden.

 

Ich fange bei den Welpen bereits während der Aufzucht damit an. Der Kromi soll sich von seinen Leuten überall (Pfoten, Maul, Nase, Ohren, Hoden, Penis, Scheide, After, Rute...) problemlos anfassen lassen. Ich werde gern gefragt, warum denn "auch da unten und da hinten"???

 

Was ist denn, wenn der Hund in ein Kaugummi gelaufen ist und dies nun zwischen den Ballen im Fell festklebt? Oder sich seine Zecke am Hoden festbeißt? Oder bei einer Vorhautentzündung? Oder bei vollen Analdrüsen? ... Wenn dein Hund sich da schon im Normalfall nicht anfassen lässt, dann erst recht nicht, wenn da irgendwas nicht stimmt.

 

Du machst dir das Leben leichter und deinem Hund stressfreier, wenn du dies von Anfang an regelmäßig übst.