Sind Kromis ängstlich?

Ängstlich nicht wirklich, aber häufig unsicher.

Alle Kromis, die ich kenne, strotzen nicht gerade vor Selbstbewusstsein. Aber sie verbergen ihre Unsicherheiten dank ihrer meisterhaften Schauspielerfähigkeiten:

 

Ich hatte irgendwann mal gelesen, das Kromis an der Leine zu Größenwahn neigen. Dazu kann ich nur sagen - Kabou braucht dafür keine Leine! Im Gegenteil, er benimmt sich an der Leine bei Hundebegegnungen meistens besser als im Freilauf. Ich führe das darauf zurück, dass er sich an der Leine sicherer fühlt. In meiner Nähe. Von mir beschützt.

 

Im Freilauf macht Kabou schon gern mal auf dicke Hose. Die meisten Hunde durchschauen Kabou und reagieren kaum oder knurren vielleicht leise zurück. Nur deren Besitzer werden häufig nervös. Selbstverständlich greife ich stets ein und gebe Kabou sehr deutlich zu verstehen, dass ich dieses Verhalten keinesfalls dulde.

 

Wer nicht genau darauf achtet, wird die Kromfohrländer zunächst als selbstsicher einschätzen. Stolzer, aufrechter Gang, Rute stets aufgestellt und alles erkundend, offensichtlich immer gut gelaunt. Schaut man genauer hin, stellt man jedoch schnell fest, dass Vieles nur Fassade ist.

 

Ist der Kromi ohne seine Menschen unterwegs (zum Beispiel mit Freunden), verhält er sich ganz anders. Stets nah beim Ersatzmenschen, nicht mehr nach vorne orientiert, sehr gehorsam, fremde Hunde werden nicht oder maximal kaum beachtet und Geruchsspuren sind ebenfalls nur noch halb so interessant.

 

Trotzdem würde ich den "normalen" Kromi nicht als ängstlich bezeichnen. Eher als unsicher und dadurch auch mal übervorsichtig. Meine Kromis erschrecken sich zwar schnell, wenn etwas unerwartet herunterfällt oder Lärm macht. Aber sie beruhigen sich auch sofort wieder. Gewitter oder Feuerwerk ist für meine Kromis gar kein Problem.

 

Ist ihnen irgendwas nicht bekannt, erkunde ich dies mit ihnen gemeinsam. Beide scheinen ein nahezu unerschütterliches Vertrauen in mich zu haben: Wenn ich mit ihnen zusammen auf etwas zugehe, kommen sie langsam und vorsichtig mit; auch wenn sie vorher einen riesigen Bogen darum gemacht oder es sogar angekläfft haben.

 

Ich muss sagen, dass mir diese Art sehr zusagt. Natürlich will ich keinen ängstlichen Hund haben, aber einen, der sich ohne nachzudenken in oder auf alles stürzt und sich so in Gefahr begibt, wünsche ich mir auch nicht.

 

Allerdings brauchen Kromis daher souveräne und selbstsichere Menschen an ihrer Seite. Sie müssen wissen, dass du die Kontrolle über jede Situation hast - mag sie dem Kromi oder vielleicht auch dir noch so gefährlich erscheinen. Bist du ebenfalls unsicher, kann dir kein Kromi vertrauen. Er wird seine Unsicherheit noch mehr überspielen und sich mindestens prollig, vermutlich aber sogar angst-aggressiv verhalten.