Warum ich Mitglied im RZV bin?

Für mich stehen Tierschutz und Zucht nicht im Widerspruch, solange es sich zum einen um eine Liebhaberzucht und zum anderen um eine sehr gute Zuchtlenkung handelt. Denn Wesen, Gesundheit und Wohlergehen der Hunde müssen für mich stets im Vordergrund stehen.

 

Und damit das auch von allen Züchtern gleichermaßen berücksichtigt wird, braucht es Regeln und Verbände bzw. Vereine. Es gibt vier verschiedene Vereine für den Kromfohrländer:

  • Interessengemeinschaft für rauhaarige Kromfohrländer (IGRK)
  • ProKromfohrländer
  • Rassezuchtverein der Kromfohrländer e.V. (RZV)
  • Verein rauhaariger kromfohrländer (VrK)

Der RZV hat eine strenge Zuchtordnung sowie noch detaillierte Zuchtlenkungsmaßnahmen aufgelegt und achtet darauf, dass nur gesunde und wesensfeste Hunde zur Zucht zugelassen werden. Außerdem stellt der RZV hohe Anforderungen an seine Züchter und die Zuchtstätten. Sicher - in gewisser Weise haben dies auch die anderen Vereine. Warum habe ich mich also für den RZV entschieden?

 

Der RZV ist der einzige der vier vorgenannten Vereine, der dem VDH und somit auch dem FCI angeschlossen ist. Das bedeutet, dass die RZV-Mitglieder sich an allgemein anerkannte Regeln und Zuchtvorschriften halten muss. Die anderen Vereine können (theoretisch) "ihr eigenes Süppchen kochen". Inwiefern dies wissenschaftlichen Kenntnissen und Studien entspricht, vermag ich nicht zu beurteilen. Das kann ich nicht, und das will ich auch gar nicht.

 

Ich gehe einfach davon aus, dass auch diese Vereine das Wohlergehen und den gesunden Fortbestand der Rasse im Auge haben. Was für mich zählte, war die Antwort auf diese Frage: Mit welchen Zuchtlenkungsmaßnahmen kann ich mich am besten identifizieren? Und so kam ich zum RZV.

Was für mich noch positiv zu bewerten ist?

  • Der RZV ist der einzige der vier oben genannten Vereine, der die offiziell (vom VDH und FCI) anerkannten Ahnentafeln für die Kromi-Welpen ausstellen darf. Nur Kromis mit solchen Ahnentafeln dürfen zum Beispiel auch auf Ausstellungen präsentiert werden.
  • Der RZV kann die Ahnen jedes einzelnen Vereins-Kromis bis zum Ur-Peter rekonstruieren. Alle Verwandtschaftsverhältnisse sind somit zu 100% transparent.
  • Ich bewundere den Mut anderer Vereine, andere Rassen oder sogar Mischlingshunde einzukreuzen. Auch dies erfolgt unter dem Anspruch der Gesunderhaltung der Rasse. Ich frage mich jedoch, ob man sich damit nicht womöglich  mehr Probleme in die Rasse der Kromfohrländer hinein holt als es vielleicht Nutzen bringt?
    • Der Nutzen liegt für mich klar auf der Hand: Die Erweiterung des Gen-Pools.
    • Die Gefahr, die ich sehe, ist dass man die (Erb-)Krankheiten der anderen Rassehunde ebenfalls "einkauft". Es kann durchaus sein, dass es sich dabei um Krankheiten handelt, mit denen der reinrassige Kromfohrländer bisher noch gar keine Probleme hat.
    • Noch unkalkulierbarer finde ich dieses Gesundheitsrisiko bei Verpaarungen mit Mischlingshunden. Meist sind maximal deren Eltern bekannt, jedoch keine weiteren Ahnen. Wie kann da eine Risikobewertung erfolgen?
    • Außerdem sind für mich die Einkreuz-Hunde (F1-Generation) keine Kromfohrländer mehr. Es sind für mich Mischlinge. Durch Verpaarung dieser F1-Generation und deren Nachkommen mit wiederum reinrassigen Kromis wird der Kromi-Anteil zwar von Generation zu Generation wieder erhöht, bis (zumindest rechnerisch) wieder reinrassige Kromis geboren werden.
    • Auch ist es schwierig einzuschätzen, wie sich das Einkreuzen anderer Rassen auf das wunderbare Wesen und tolle Aussehen der Kromis auswirken wird, denn natürlich werden auch das Aussehen sowie das Wesen der rassefremden Hunde weiter vererbt.

Daher glaube ich an die reinrassigen Kromis, weil ich so verrückt nach diesen aberwitzigen, fantastischen Hunden bin! Das alles ist jedoch mein ganz persönliches Empfinden. Jeder sollte für sich bewerten, mit welchen Vereinsgrundsätzen man am besten Leben kann und seine eigene Wahl treffen.

 

Unter Berücksichtigung dessen, dass die Kromi-Rasse erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts existiert, finde ich, dass die Kromfohrländer sehr gesunde Rassehunde sind. Sicherlich gibt es auch immer mal wieder kranke Kromis, die es wirklich hart getroffen hat. Aber das kommt zum einen bei allen anderen (Rasse-)Hunden ebenfalls vor und zum anderen vererben die Kromis im großen und ganzen doch nur sehr wenige Krankheiten.

 

Für mich lautet der richtige Weg für die Kromfohrländer-Zukunft:

Den Genpool durch Zucht mit mehr gesunden, wesensfesten und reinrassigen Kromfohrländern unterstützen!

 

Da draußen laufen so viele tolle Kromfohrländer herum. Wenn doch nur ein paar mehr davon in die Zucht gingen...  *seufz*   ... Dann würde sich der Genpool schon automatisch vergrößern. Dabei will ich jetzt gar nicht auf die Zucht mit Hündinnen eingehen, denn das sollte man sich wegen des hohen Aufwands vorher wirklich sehr gründlich überlegen. Aber die Rüden - die haben doch eigentlich nur ihren Spaß und kaum Verpflichtungen! Deshalb frage ich mich:

 

Warum sind denn nicht alle gesunden und wesensfesten Rüden in der Zucht???