Entwicklungsphasen des Welpen

während der Aufzuchtphase beim Züchter

Der Welpe durchläuft nach seiner Geburt verschiedene Entwicklungsphasen.

In den ersten Lebenswochen passiert so viel...

1. und 2. Lebenswoche


In dieser Phase sind die Augen und Ohren der Welpen - die in dieser Phase optisch vielleicht ein kleines Bisschen an Meerschweinschen erinnern - noch geschlossen, der Geruchssinn ist noch nicht sehr stark entwickelt.

In dieser Zeit kann man das "im Kreis robben" beobachten. Das verhindert, dass sich die Welpen zu weit vom Lager entfernen. Die Welpen können in ihre Körpertemperatur noch nicht selbstständig regeln. Sie brauchen also den Körperkontakt zur Mutterhündin und den Wurfgeschwistern, um nicht auszukühlen.

Außerdem Pendeln die Welpen mit ihrem Köpfchen hin und her. Ihre Stirn ist mit entsprechenden Sensoren ausgestattet, so dass sie durch das Pendeln die Milchbar zielsicher finden.

3. Lebenswoche


Jetzt öffnen sich die Lidspalten und die äußeren Gehörgänge, sehen kann der Welpe aber noch (fast) nichts. Erst mit der dem 17. oder 18. Lebenstag entwickelt sich die Sehfähigkeit. Dasselbe trifft für das Gehör zu.

Hat der Welpe vorher fast ausschließlich getrunken und geschlafen nimmt er nun seine Wurfgeschwister und die unmittelbare Umgebung aktiv wahr.

Die Welpen beginnen, die Schnauze ihrer Mutter anzustupsen. Damit veranlassen sie sie, Futter hervorzuwürgen. Die Zeit der Zufütterung hat also begonnen. Dieses Verhalten behalten die Welpen übrigens bei und wird später zu einem Zeichen der aktiven Unterwerfung und Begrüßung, was auch erklärt, warum unsere Hunde immer an uns hochspringen und uns durchs Gesicht lecken wollen.

4. bis 16. (18.) Lebenswoche


Augen, Nase und Ohren sind nun voll entwickelt. In dieser Zeit lernt der Welpe im Idealfall mit ganz unterschiedlichen Eindrücken (Menschen, Geräuschen, optischen Eindrücken etc.) umzugehen. Er nimmt seine Umfeld bewusst wahr und lernt seine Sozialpartner kennen.

Im Spiel mit seinen Wurfgeschwistern lernt er seinen sozialen Rang zu finden und sich und die anderen auszutesten. In dieser Zeit werden seine Persönlichkeit und sein Temperament geprägt.

Wird ein Welpe in dieser Zeit isoliert gehalten und mit keinerlei Eindrücken bzw. Sozialpartnern zusammen gebracht, kommt es mit größer Wahrscheinlichkeit zu Sozialisierungsproblemen (sogenannte Deprivationsschäden), die man später nur noch schwer aufarbeiten kann. Es ist also unbedingt erforderlich, dass die Welpen in dieser Zeit positiv an alle Reize gewöhnt werden, die ihnen im Laufe ihres Lebens begegnen können; dazu gehören neben vielem Anderen auch Menschen jeden Alters und jeden Aussehens dazu.

Auch sollte die Fütterung abwechslungsreich gestaltet werden. Lernt der Welpe hier nur eine Sorte kennen, ist eine spätere Futtermäkelei vorprogrammiert und kann sogar zu Unverträglichkeiten oder Allergien führen.

Bereits mit der 4. Lebenswoche können sich die Welpen auf verschiedene Weise ausdrücken: Sie können mit der Rute wedeln oder sie einklemmen, sie stupsen an die Schnauze der anderen, sie fiepen, knurren und bellen, sie können ihr Fell aufstellen und die Ohren anlegen. Jetzt müssen sie jedoch lernen, wie das bei den anderen aussieht und was sie damit genau sagen wollen. Im (Rauf-)Spiel mit den Geschwisterlichen lernen sie also aggressionshemmende Verhaltensweisen.

Die Mutterhündin nutzt nun die Spielsequenzen zur gezielten Erziehung: Sie reglementiert unangemessenes Verhalten ihres Nachwuchses. Auch sorgt die Mutter für erste Frustrationen, in dem sie zum Beispiel die Welpen nicht mehr ständig säugen lässt.

Bis hierher hat der Welpe eigentlich nur aus einem Antrieb heraus gehandelt: Er wollte seine Neugier befriedigen. Erst ab der 5. Lebenswoche zeigen sie erste Angstreaktionen. Nun fängt der Welpe an abzuwägen: Ist das, was ich vorhabe, das Risiko wert? Auch neue Gegenstände und Situationen können beängstigend sein. Ab jetzt sind wir Menschen gefragt - das ganze Hundeleben lang:

Keinesfalls den Hund nun bemitleiden oder trösten! Da sich dies vom Tonfall ähnlich wie ein Lob anhört, wird er Angst mit Lob verknüpfen und das Angstverhalten immer häufiger zeigen. Im Gegenteil: Wir müssen ruhig und souverän bleiben und unserem Hund vermitteln, dass die Situation weder beängstigend noch gefährlich ist. Der Hund soll so viel Sicherheit vermittelt bekommen, dass er sich von allein zu dem beängstigenden Gegenstand traut und diesen "untersucht". Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, sich mit dem Hund zu freuen und ihn zu loben.


Wie die Palaneri-Welpen in ihren ersten Lebenswochen bei mir aufwachsen, erfährst du hier.