Eine Trächtigkeit wie aus dem Lehrbuch

Ich denke, darüber sind wir uns einig: So etwas gibt es nicht! In der Natur läuft es ja immer etwas anders als geplant. Aber trotzdem gibt es so etwas wie einen groben Fahrplan. Und den möchte ich euch hier einmal vorstellen:

 

Die Trächtigkeitsdauer der Hündin beträgt, gemessen am Zeitpunkt des Eisprungs (= Ovulation), durchschnittlich 63 (61 bis 65) Tage; also ziemlich genau neun Wochen.

 

Ausgehend vom Decktermin (ohne Wissen des Ovulationszeitpunktes) sind wesentlich größere Schwankungen zu verzeichnen: Wird die Hündin beispielsweise erst 5 Tage nach der Ovulation gedeckt, kann sie bereits nach 57 Tagen werfen, wird sie dagegen bereits 5 Tage vor der Ovulation gedeckt, verlängert sich der Zeitraum bis zur Geburt entsprechend auf 68 Tage.

 

Aufgrund der Langlebigkeit der Spermien im Eileiter der Hündin (mindestens 6 Tage) kann eine Hündin sogar bei noch früherer Bedeckung tragend werden. Dann kann die Geburt sogar bis zu 72 Tage nach der Bedeckung stattfinden.


Ein Film über die Trächtigkeit

Ich habe bei YouTube einen wirklich tollen Film über den Verlauf von Schwangerschaften eines Elefanten, eines Delfins und natürlich eines Hundes (einer Golden-Retriever-Hündin) gefunden. Ich finde, die "Blicke in den Uterus" sehr spannend und aufschlussreich.

 

Der ganze Film dauert 1 Stunde und 40 Minuten. Wenn du dir nur den Part der Hunde-Trächtigkeit und die Welpen-Entwicklung anschauen möchtest, springe auf ungefähr 9:50 Minuten. Dann folgt der gut 20-minütige Teil über die Golden-Retriever-Hündin und ihre 9 Welpen.

 

Wenn du weiter nach unten scrollst, findest du unterhalb des Films eine tabellarische Aufstellung nach Trächtigkeitswoche und Trächtigkeitstag, in der du noch mal genau nachlesen kannst, wann sich der Hunde-Welpe im Mutterleib wie weiterentwickelt.


Entwicklung eines Hundebabys im Mutterleib


In der ersten Hälfte der Trächtigkeit bleibt äußerlich zwar alles beim Alten, aber im Körper der Hündin geschieht ein (kleines) Wunder. Neues Leben entsteht! Und bis zur Geburt bleibt es spannend wie viele Welpen es werden, welches Geschlecht und welche Zeichnung sie haben werden.

Wenn du wissen möchtest, was während der einzelnen Trächtigkeitswochen passiert, kannst du das hier nachlesen. Klicke dazu einfach auf die Hundehochzeit oder die jeweilige Trächtigkeitswoche.

Ovulation & 1. Deckungstag


Über vorherige Progesterontests während der Läufigkeit kann ziemlich genau voraussgesagt werden, wann der Eisprung stattfindet, so dass der beste Zeitpunkt für die Hochzeitsfeier beim Rüden geplant werden kann.

Rüde und Hündin sollten zum Deckakt fit, gesund, durchgeimpft, entwurmt sowie sauber erscheinen. Die Hündin sollte zusätzlich erst vor kurzem ihre Auffrischungsimpfungen erhalten haben. Desto mehr Immunstoffe können den Welpen von der Mutter in ihren Start ins Leben mitbekommen. Die erste Herpesimpfung kann der Hündin bis zu 14 Tage nach dem Deckakt verabreicht werden.

Nach der Hochzeitsnacht wandert das Sperma des Rüden ausserhalb der Gebärmutterschleimhaut zu den Eizellen. Um die Chancen einer Befruchtung zu erhöhen, kann der Deckakt zwei Tage nach dem ersten Deckakt wiederholt werden.

1. Trächtigkeitswoche


Die Hündin sollte normal gefüttert und normal bewegt werden. Insektizide oder Impfungen mit Lebendstoffen sollten vermieden werden.


1. Tag

Das Sperma wandert zu den Eileitern. Die Spermien bleiben in den weiblichen Geschlechtsorganen eine Zeitlang befruchtungsfähig.


2. - 3. Tag

Das Sperma erreicht die Eileiter, in denen sich reife Eizellen befinden.


3. - 4. Tag

In den Eileitern findet die Befruchtung der Eizellen statt. Es kann übrigens ungefähr 20 Minuten dauern, bis das Spermium durch die Ei-Schutzhülle durchgedrungen ist.

Die Eizellen teilen sich nun täglich. Am 4. Tag nach der Empfängnis kann man von Zweizellern ausgehen.


6. - 7. Tag

Am 6. Tag nach der Empfängnis kann man Achtzeller und am 7. Tag Vielzeller erwarten.

2. Trächtigkeitswoche


8. Tag

Die Eizellen entwickeln sich zu Blastozysten (Keimbläschen). Bei diesen Blastozysten wird bereits die Plazenta angelegt.

Jetzt erst spricht man von Embryos.


9. Tag

Eizelle und Embryo halten sich bis zu 9 Tage im Eileiter auf. Erst jetzt kommen die befruchteten Eizellen in den Gebärmutterhörnern an.

Zunächst bewegen sie sich noch 5 - 7 Tage frei innerhalb eines Horns und zwischen den beiden Uterushörnern hin und her.


10. Tag

Die Blastozyten sehen nun aus wie Zitronen.


12. - 15. Tag

In der Gebärmutter bilden sich Anschwellungen; sogenannte Ampullen. Das sind die Stellen, an denen sich die "Zitronen" ziemlich gleichmäßig verteilt einnisten.

3. Trächtigkeitswoche


Die Hündin leidet jetzt möglicherweise aufgrund der hormonellen Umstellung unter morgendlicher Übelkeit oder Spannungen in der Gebärmutter. Daher gibt es mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Manche Hündinnen fressen nun für einige Tage gar nichts oder zumindest sehr wenig. In der Regel pegelt sich ihr Fressverhalten danach wieder ein.

Falls die morgendliche Übelkeit anhält, kann der Tierarzt ein Mittel verschreiben, um die Gebärmutter zu beruhigen.

Viele Hündinnen sind jetzt besonders schläfrig und anhänglich.

Zwischen der dritten und vierten Woche - und zwar nur in diesem begrenzten Zeitraum - kann ein erfahrener Untersucher die vergrößerte Gebärmutter (besser gesagt: die sogenannte Fruchtampullen) durch die Bauchdecke ertasten. Dies muss jedoch äußerst vorsichtig geschehen, da die Embryos sehr druckempfindlich und defektgefährdet sind.


13. - 15. Tag

Die Blastozysten schlüpfen nun aus ihrer Schutzschicht, um weiter wachsen zu können und die Kontaktaufnahme (Implantation) mit der Mutter zu ermöglichen.


15. Tag

Jeder Embryo hat jetzt seinen festen Platz in einem der beiden Gebärmutterhörner.


16. Tag

Der Embryo hat nun die Form einer Schuhsohle. Es sind sogar schon Gehirnanlagen und "Urwirbel" vorhanden.


18. Tag

Ab heute ist (theoretisch) bereits eine Diagnose per Ultraschall möglich. Sie setzt zu diesem Zeitpunkt allerdings große Erfahrung und ein technisch hoch entwickeltes Ultraschallgerät voraus.


20. Tag

Der Kopf fängt an sich zu entwickeln und es entsteht der C-förmige Schwanzknospenembryo: Der Embryo beginnt den Kopf nach vorne zu neigen und rollt sich in die klassische Fötenstellung zusammen.

Der Embryo hat sogar schon Augenbläschen, Kiembögen und einen ziemlich auffälligen Herzwulst.

4. Trächtigkeitswoche


In dieser Woche beginnt die Bildung der Augen sowie der Nervenstränge im Rückenmark. Die Organbildung beginnt ebenfalls. In dem derzeitigen Zustand sind die Embryonen sehr stark defektgefährdet. Anstrengende Aktivitäten der Hündin sind daher jetzt zu vermeiden.

Die Proteinzufuhr im Futter kann erhöht werden. Hierfür eignet sich sehr gut die Gabe von Welpenfutter.

Die Entwicklung der Zitzen beginnt.

Irgendwann in den nächsten Tagen sondern viele Hündinnen zähflüssigen, klaren bis milchig-trüben Schleim ab, was meist ein sicheres, äußeres Anzeichen dafür ist, dass der Deckakt erfolgreich war. Das nennt man "harzen".


22. Tag

Winzige Knospen lassen erahnen, wo die Vorderbeine entstehen werden.


23. Tag

Einen Tag später entwickeln sich auch die Knospen der Hinterläufe.


25. Tag

Ab heute liefert eine Ultraschall-Untersuchung sichere Ergebnisse über eine bestehende Trächtigkeit. Die Anzahl der Embryos wird dabei jedoch nur selten korrekt bestimmt.

Außerdem kann bis zur Geburt ja noch viel passieren ...


26. Tag

Jetzt beginnt die beste Zeit, um die Trächtigkeit anhand des Herzschlags zu diagnostizieren. Die Embryonen sind etwa walnussgroß und gleichmäßig im Uterus verteilt. Die Ohren werden gebildet.


27. Tag

Bis heute können erfahrene Geburtshelfer die 1 - 2 cm großen Ampullen als kugelige Wölbungen ertasten. Später ist dies aufgrund der Größe der Föten nicht mehr möglich.


28. Tag

Die Plazentabildung ist nun beendet. Sterben Fruchtanlagen bis zu diesem Zeitpunkt ab, werden sie meist von uns unbemerkt resorbiert.

Alle wichtigen Organsysteme sind im Groben angelegt, die endgültige Körperform ist in ihren Grundzügen bereits erkennbar und die Gesichter nehmen Gestalt an. Die Nervenstränge im Rückenmark werden nun gebildet.

Hier endet die Embryonalperiode. Jetzt sprechen wir vom Fötus.

Im Blut der Hündin kann der Anstieg des Hormons Relaxin nachgewiesen werden. Es handelt sich um das einzige für eine Trächtigkeit spezifische Hormon beim Hund. Das wäre also ein möglicher Schwangerschaftstest für den Hund.

Meistens wird jedoch lediglich die Ultraschalluntersuchung durchgeführt, da man auch dabei erkennen kann, ob und wie viele Welpen leben und ob Störungen der Trächtigkeit vorliegen.

5. Trächtigkeitswoche


Im ersten Monat der Trächtigkeit bemerkt man bei der Hündin zunächst nur geringe Veränderungen: Am Ende des ersten Monats vergrößern sich die Milchdrüsen etwas, die Zitzen richten sich auf und erscheinen aufgrund der stärkeren Durchblutung rosa. Das Anschwellen der weiblichen Scham wird merkbarer.

Die Hündin wird nach und nach aufhören, ihre Beine im Liegen anzuziehen, weil ihr Gewicht ansteigt, ihr Bauch dicker wird und die Welpen sich drehen. Es ist wichtig, auf das Gewicht der Hündin zu achten und sie nicht zu überfüttern.

Es kann auch zu einem größeren Schlafbedürfnis kommen.


30. Tag

Die Augenlider und Ohren der Föten sind noch nicht voll entwickelt. Tasthaare bilden sich und die Zitzen sind erkennbar. Beine und Pfoten sind deutlich zu erkennen. Die Zehen beginnen sich zu separieren. (Noch sind es eher Schwimmhäute.)

Die Föten sind derzeit sehr stark defektgefährdet, weshalb die Hündin entsprechend sorgfältig geschützt und betreut werden muss.


31. & 32. Tag

Der Fötus durchläuft nochmal eine spannende, aber heikle Entwicklung: Es kommt zum sogenannten Nabelbruch, d.h. der Darm wird wegen seines schnellen Wachstums kurzzeitig aus dem Körper verlagert.


33. Tag

Erinnerten die beiden Gebärmutterhörner bisher ein wenig an eine Perlenschnur (jede Perle = eine Fruchtampulle), wachsen sie nun immer mehr zu Schläuchen aus. Die Gebärmutter entfaltet sich, da der Platzbedarf der Welpen enorm ist. Die Gebärmutterhörner stellen jetzt also eher gleichmäßig weite Rohre dar. Der Bauch der Hündin wird daher nun auch sichtbar an Umfang zunehmen.

Damit ist auch die Phase beendet, in der die Herzschläge der Föten als Diagnosemethode herangezogen werden konnte.


35. Tag

Die Ausbildung der Organe der Föten ist abgeschlossen, die Augenlider sind ausgebildet. Die Ohrmuschel bedeckt den Gehörgang vollständig. Die Zehen distal separiert. Das männliche Geschlecht ist nun bestimmbar.

Die Föten sehen jetzt aus wie Hunde.

Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Welpen äußerst empfindlich gegen äußere Einwirkungen wie Medikamente (auch Wurmkuren!), Impfungen, Röntgenstrahlen, Vitaminmangel und -überversorgung, Überhitzung (z.B. im Auto) und Umweltschadstoffe (z. B. Düngemittel in Pfützen). Das alles kann zu Fehlbildungen und sogar zum Absterben der Föten führen.

6. Trächtigkeitswoche


Unsere Welpenbox habe ich nach dem A-Wurf gar nicht abgebaut, weil sich meine Kromis wirklich gern dahin zurückziehen. Anderenfalls sollte sie nun aufgestellt werden, damit sich die Hündin in aller Ruhe mit ihr vertraut machen kann.

Die Anzahl der Mahlzeiten sollte erhöht (3 - 4 pro Tag) werden, wobei das Gewicht der Hündin selbstverständlich im Auge behalten werden muss.

Die Brustwarzen der Hündin werden dunkler und vergrößern sich.

Für eine reibungslose Geburt ist eine gute Muskulatur unerlässlich. Deshalb sollte die Hündin weiterhin ausreichend Bewegung haben. Extreme Anstrengungen (z. B. Joggen, Fahrradtraining, Schwimmen in kalten Gesässern etc.) sollten aber vermieden werden.

Vielleicht wird die Hündin jetzt auf den Spaziergängen etwas träger und spielt vermutlich nicht mehr so gern mit anderen Hunden. Sie schützt ihre Flanken und lässt fremde Hunde wahrscheinlich nicht mehr nah an sich ran.


38. Tag

Krallen und Barthaare entwickeln sich; ebenso die Form der Handplatte und die Anlage der Augenbrauen. Auch die Hautpigmentation sowie die Fellfarbe prägen sich aus.

Nun sind die Föten ziemlich resistent gegen Störungen in der Entwicklung.


40. Tag

Der Darm des Welpen wird wieder in seinen Körperhöhle verlagert.

Die Krallen sind ausgebildet.

7. Trächtigkeitswoche


Das letzte Drittel der Trächtigkeit hat begonnen. Die Föten wachsen jetzt sehr schnell. Dreiviertel des Wachstums der Föten fällt in dieses letzte Drittel. Demnach sieht man der Hündin ihre Trächtigkeit äußerlich erst jetzt so richtig an. Wie groß der Bauch wird, hängt u. a. von der Wurfgröße ab. Wenn die Hündin einen größeren Wurf trägt, kommt es zur Faltung der Gebärmutterhörner, wodurch sich ihre äusseren Linien drastisch verändern. Diese Veränderung wird jedoch nicht sichtbar, wenn nur zwei bis drei Welpen vorhanden sind.

In dieser letzten Phase der Trächtigkeit ist auch eine Auskultation (Abhören) der fetalen Herztöne wieder möglich. Die Herzfrequenz der ungeborenen Welpen liegt mit 200 bis 240 Schlägen/Minute deutlich über derjenigen der Mutterhündin.

Die Hündin sollte jetzt keine rauhen Spiele mehr mit anderen Hunden spielen oder springen.

Ab dieser Woche sollte einmal täglich die rektale Temperatur der Hündin gemessen werden, um die Normaltemperatur der Hündin zu ermitteln.


43. Tag

Zwischen dem 43. und 45. Tag sind die Zehen der Föten vollständig getrennt und gespreizt.


44. Tag

In den bisher knorpeligen Knochen der Föten beginnt die Verkalkung. Die Welpen können nun relativ leicht unter der Bauchdecke ertastet, so jedoch schlecht gezählt werden. Frühestens mit der beginnenden Verkalkung lassen sich per Röntgenaufnahme Anzahl und Größe der Welpen bestimmen.

Der Fötus hängt an der Nabelschnur wie ein Raumfahrer im Weltall und bewegt sich frei in der mit Fruchtwasser gefüllten Blase.

Der Fötus ist übrigens durch drei verschiedene Hüllen vor äußeren Einwirkungen (z. B. Stöße) gut geschützt:

  1. Die äußerste embryonale Hülle ist die Zottenhaut (Chorion). Das Chorion stellt den Kontakt zum Gewebe der Mutterhündin her und ist ein Teil der Gürtelplazenta des Fötus.
  2. Die mittlere Hülle ist die Allantois, die den Fötus sowie die innere Hülle komplett umschließt und unter anderem den fetalen Harn aufnimmt.
  3. Die innere Hülle ist das Amnion und umschließt den Welpen ebenfalls komplett. Die Amnionflüssigkeit sorgt dafür, dass sich die Mutterhündin nach der Geburt um die Welpen kümmert.

Viele Welpen werden mit intaktem Amnion geboren, einige sogar auch mit intaktem Allantois. Beides sollte die Mutterhündin nach der Geburt zügig öffnen, damit der Welpe nicht erstickt.


45. Tag

Die Hündin verbringt nun immer mehr Zeit mit ihrer eigenen Körperpflege. Die Haare am Bauch der Hündin fallen aus, um den Welpen das Auffinden der Zitzen und das Saugen zu erleichtern. Die Zitzen schwellen weiter an.


48. Tag

Das Haarkleid des Föten ist noch schütter. Typische Merkmale – wie beispielsweise das Faltengesicht des Mastiffs – sind schon lange vor der Geburt zu erkennen.

Die Föten hecheln bereits im Mutterleib, dadurch schützen sie sich schon vor der Geburt vor Überhitzung, da Hunde über (so gut wie) keine die Schweißdrüsen verfügen.

8. Trächtigkeitswoche


Bei der Hündin bemerkt man nun die Umfangsvermehrung, ein verdicktes Gesäuge und einen verstärkten Appetit. Der Bauch vergrößert sich, ihr Gesamtgewicht kann sich während der Tragzeit um 20 bis 30% erhöhen.

Der Tierarzt sollte, sofern er es noch nicht weiß, in dieser Woche über den zu erwartenden Geburtszeitpunkt informiert werden. Mögliche Probleme werden mit ihm erörtert. Die Utensilien für die Geburt werden zusammengestellt und alles für die bevorstehende Geburt vorbereitet.

Höchtwahrscheinlich hat die Hündin jetzt weniger Hunger, was durch den Platzmangel im Bauch verursacht wird. Deshalb gibt es mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Die Bewegung der Welpen im Mutterleib ist leicht fühlbar, wenn man die flache Hand vorsichtig auf den Bauch der Hündin legt. Sie muss dazu völlig entspannt sein.


50. Tag

Ab heute liefern Röntgenaufnahmen bessere Ergebnisse. Auch der sogenannte Booster (2. Herpes-Impfung) steht nun auf dem To-Do-Zettel.


52. Tag

Die vollständige Körperbehaarung sowie die Haut- und Fellpigmentierung der Welpen sind nun abgeschlossen.


53. Tag

Etwa eine Woche vor der Geburt setzt die Milchbildung ein.


56. Tag

Ab diesem Zeitpunkt können die Welpen sicher geboren werden. Die Lunge und andere wichtige Lebensfunktionen sind geburtsbereit entwickelt.

Hundewelpen werden als "Nesthocker" geboren. Augenlider und Gehörgänge sind noch geschlossen.

Die letzten Tage in der Gebärmutter dienen zur stärkeren Ausprägung der Merkmale sowie der Anlage von Energiereserven der Welpen. Die Welpen nehmen nochmal stark an Gewicht zu.

Sowohl Bauch als auch Schambereich der Hündin sollten nun täglich mit warmem Wasser gereinigt werden. Sofern das Fell rund um die Zitzen nicht ausgefallen ist, wird es gekürzt, um den Welpen den Zugang zu erleichtern.

9. Trächtigkeitswoche


Die Hündin wird unruhiger und sucht einen geeigneten Platz fürs Werfen. Den Platz fürs Werfen sollte sie so angenehm wie möglich vorfinden. Je nach Rasse oder Veranlagung der Hündin kann man kleine Handtücher oder Waschlappen auf die Unterlage der Wurfkiste legen, um der Hündin Material für ihren "Nestbau" zu geben.

Spätestens ab dieser Woche wird morgens und abends die Temperatur der Hündin gemessen.

Wenn die Temparatur um ca. 1,5 bis 2 Grad Celsius fällt, wird der erste Welpe vermutlich innerhalb der nächsten 12 - 24 Stunden geboren. Da der Temperaturabfall nur von kurzer Dauer ist, wird sogar eine dreimalige Temperaturkontrolle täglich empfohlen.

Die normale Temperatur schwankt je nach Rasse und Alter der Hündin zwischen 37,5 und 39,4 Grad Celsius. Gerade wegen der großen Schwankungsbreite ist es wichtig, die normale Körpertemperatur zu kennen (Messungen ab 7. Woche).


62. Tag

Steht die Geburt kurz bevor, so kann man bei der Hündin verschiedene Veränderungen beobachten:

  • Gesäuge und Vulva schwellen deutlich an.
  • Die Hüftknochen werden erkennbar, weil sich die Früchte absetzen. Dabei geben die Bänder der Gebärmutter nach, die Welpen werden auf die Geburt vorbereitet und in Position gebracht.
  • Es kann sein, dass sich weiße, schleimige Scheidenflüssigkeit absondert, weshalb sich die Hündin häufig leckt.
  • Die Hündin wird ruhelos und "verfeinert ihren Nestbau".
  • Möglicherweise hat die Hündin keinen Appetit mehr, wenn die Zeit der Niederkunft naht.
  • Die Hündin wirkt vielleicht unglücklich, unsicher oder abwesend, läuft immer hin und her und fühlt sich offensichtlich unwohl.
  • Die Hündin rennt ständig rein und raus, leert Blase und Darm, legt sich wieder hin, rennt wieder los, ...
  • Sie schluckt häufig, zittert und/ oder winselt.
  • Wenn man ganz genau hinsieht kann man vielleicht sogar die Senkwehen erkennen.

63. Tag

Der vorausberechnete Tag der Geburt. Viele Hündinnen werfen zwischen dem 58. und 63. Tag nach dem Deckakt. Einige lassen sich auch bis zum 66. Tag Zeit.

Vor allem bei Verspätungen muss die Hündin sehr genau beobachtet werden. Übelriechender, dunkler Ausfluss ist ein Alarmzeichen, sofort den Tierarzt aufzusuchen.


68. Tag

Sind die Welpen noch immer nicht geboren, sollte spätestens heute ein Tierarzt konsultiert werden. Es könnten Geburtsprobleme wie zu große oder abgestorbene Welpen vorliegen. Dann kann nur noch schnelles Handeln das Leben von Mutter und Welpen retten.



Bei den Angaben zum Trächtigkeitstag handelt es sich selbstverständlich jeweils nur um ungefähre Aussagen.


Wenn du magst, kannst du diese "Lehrbuch-Trächtigkeit" mit meinen tatsächlichen Feststellungen vergleichen. Ansonsten geht es für die Welpen mit der Welpenentwicklung weiter.