Die erste gemeinsame Nacht liegt hinter euch ...

... und die ersten gemeinsamen Tage vor euch. Selbstverständlich gelten alle Regeln vom Umzugstag auch weiterhin.

 

Dein Palaneri ist nun bereit die große, weite Welt mit dir gemeinsam zu erkunden. Aber weiterhin aufpassen: Alles in Maßen und den Lütten nicht überfordern! Beobachte ihn stets genau. So merkst du nicht nur, wenn er etwas gruselig (siehe Umzugstag) findet, sondern auch, wenn er eigentlich genug hat und eine Pause braucht, um alles zu verarbeiten und neue Kraft und Energie zu schöpfen.

Vorab habe ich eine riesengroße Bitte an dich: Sei stets ein gut erzogener und freundlicher Hundehalter, der (nicht nur) das Bild der Nicht-Hunde-Menschen positiv verändert:

  • Räume stets jedes Häufchen deines Palaneris weg.

  • Achte darauf, wo dein Süßer etwas erledigen will. No-Go's sind: Hauswände, fremde Grundstücke (dazu gehören auch die Vorgärten), Mauern, Zäune, Laternenpfähle, Bänke, Mülleimer, Fährräder, andere Menschen,...

    Es gibt wirklich ausreichend Bäume, Büsche, Grünflächen,... Es gibt eigentlich immer eine Alternative. Trotzdem wird es deinen Schatz immer wieder zu den No-Go's ziehen, da es vielen Hundehaltern leider völlig egal ist, wohin ihre Racker pullern. Ergo riecht es dort für deinen Kromi dort besonders spannend.

    Meine Hunde kennen "nur gucken". Das bedeutet, gucken und schnuppern ist erlaubt, pinkeln oder aufnehmen verboten. Das solltest du übrigens bereits sagen, während dein Kleiner beim Schnüffeln ist. Wenn du in seiner Nähe bist und siehst, dass er gleich laufen lässt, reicht dann ein deutliches "nein" mit einem energischen Schritt auf ihn zu. Er wird sich erschrecken und zur Seite springen. Machst du das regelmäßig so, hat er "nur gucken" auch sehr schnell kapiert.

  • Nimm deinen Hund immer frühzeitig an die kurze Leine, wenn dir ein anderer angeleinter Hund entgegenkommt.

  • Lasse generell keinen Kontakt zu anderen Hunden an der Leine zu. Es hat meist einen Grund, wenn die Hunde an der Leine sind. Außerdem ist die Gefahr des Verhedderns und der Beißvorfälle bei angeleinten Hunden viel größer - auch bei bekannten Hunden! 

  • Kennst du die Bedeutung der gelben Hunde? Bitte beachte dies.

  • So lange dein Welpe noch nicht sicher bei Begegnungen jeglicher Art (Fußgänger, Fahrradfahrer, Skater, Hunde,...) ist, nimm ihn immer rechtzeitig an die kurze Führleine. Das gibt euch beiden Sicherheit und dein Welpe lernt, bei solchen Situationen ruhig an deiner Seite weiter zu gehen. Keinesfalls sollte dein Kromi lernen zu allem unkontrolliert hinzulaufen bzw. allem hinterher zu jagen.

Was bedeutet das für dich?

Du musst einen Scanner-Blick entwickeln und alles früher entdecken als dein Welpe. Das heißt: Volle Aufmerksamkeit bei jedem Spaziergang - und zwar während des gesamten Spaziergangs! Bist du mit deinem Palaneri nicht allein unterwegs musst du das Multitasking lernen: spannende Unterhaltung mit deinem Mitläufer bei gleichzeitiger, vollkommener Aufmerksamkeit bei deinem Hund und eurer Umgebung. Das braucht etwas Übung, geht aber! Solange du das noch nicht beherrschst, nimm deinen Hund bitte an die Leine, wenn du mit anderen Menschen unterwegs bist.

 

Ich finde (fast) nichts schlimmer als Gassi-Gänger, die absolut in das Menschengespräch vertieft sind und dabei nicht mehr mitbekommen, was ihre freilaufenden Hunde derweil anstellen!

Der erste gemeinsame Tag sollte dir, deinem Welpen und deiner Familie allein gehören. Empfange noch keinen Besuch. Der Kleene kennt dich noch nicht richtig, deinen Tagesablauf noch gar nicht, kann dich noch nicht wirklich einschätzen und weiß noch gar nicht so genau, wo er da eigentlich gelandet ist. Er wird heute eh auf viele fremde Personen treffen, auch ohne dass euch jemand besuchen kommt.

 

Wenn dein Kromi nicht zu dringend muss, lass ihn doch mal seinen Löseplatz alleine suchen. Vielleicht findet er ihn ja schon? Wenn du merkst, dass er sich an anderer Stelle lösen will, nimm ihn schnell auf und trage ihn zum richtigen Platz.


Heute könnt ihr gern spazieren gehen. Wie lange? Tja, das ist von Welpe zu Welpe und von Situation zu Situation unterschiedlich. In der Welpenstube haben die kleinen Racker locker schon mal eine halbe Stunde am Stück wie wild rumgetobt. Also sollte theoretisch auch eine halbe Stunde Spaziergang für deinen Schatz - rein körperlich gesehen - möglich sein.

 

Aber es kommt ja wieder die mentale Belastung dazu: Er war noch nie da, wo du ihn nun hinführst. Wieder ganz viele neue Gerüche, Eindrücke und Erlebnisse, fremde Menschen, andere Hunde, neue Gegenstände,... Das darfst du nicht unterschätzen.

 

Als Faustregel kannst du dir 1 Minute Spazierengehen je Lebenswoche merken; in der 10. Lebenswoche also ungefähr 10 Minuten am Stück. Beobachte deinen Lütten genau. Du hast bestimmt schnell raus, wann er erst mal genug hat.

 

Dreht eure ersten Runden in relativ ruhiger Umgebung und nicht gleich an einer viel befahrenen Straße. LKW, Busse, Traktoren, Sirene, Motorräder,... All das hat dein Welpi bei mir vielleicht noch nicht kennengelernt. Das wäre für den ersten Spaziergang viel zu viel. Eine Umgebung abseits vom Straßenverkehr wäre erst mal schön.

 

Auch zu viele Hundebegegnungen würde ich bei den ersten Spaziergängen noch nicht suchen. Macht also bitte einen Bogen um die stadtbekannte Hundewiese.


Nimm deinen Lütten an die Leine. Am besten achtest du von Anfang an darauf, dass er nicht zieht. Das klappt am besten, wenn sein Aktionsradius klein ist. Nimm die Leine also erst mal kurz - ca. 1 m. Da kann er zwar durchaus nach links und rechts schnüffeln, hat dich aber immer im Blick, so dass er nicht vergessen kann, dass er an der Leine hängt.

 

Bevor dein Fratz ganz stramm in der Leine steht, bleibst du einfach stehen. Dein Welpe wird sich wundern, was nun los ist, und dich anschauen. Locke ihn zu dir und warte, bis er einigermaßen ruhig ist. Jetzt könnt ihr langsam weiter gehen. Ihr werdet so anfangs nicht viele Meter machen, aber es wird das Erlernen Leinenführigkeit echt erleichtern, wenn du das Ziehen vom ersten Moment an unterbindest.

 

Übrigens: Lob und Leckerli gibt es bitte immer nur dann, wenn er schön aufmerksam neben dir her geht.

 

Belohnst du ihn für das Zurückkommen nach dem Ziehen, was lernt dein Kleiner dann? Vor- und zurücklaufen ist super! Dann freut sich mein Mensch. - Hmm... Ist das wirklich so? Oder möchtest du, dass dein Palaneri lernt, mein Mensch freut sich, wenn ich artig neben ihm spaziere?


Ich würde ebenfalls vom ersten Spaziergang an, ein vernünftiges Straßentraining beginnen. Das bedeutet, vor jeder Bordsteinkante (ohne Ausnahme! Auch wenn es eventuell gar keinen Bordstein gibt!) hältst du mit sicherem Abstand zur Straße an und sagst "Straße". Dabei hockst du dich neben deinen Kleinen, hältst ihn locker mit der rechten Hand am Halsband während du die linke Hand sanft auf sein Hinterteil legst und ihn in ein Sitz "formst". Wenn das nicht gleich klappt, ist das nicht schlimm. Wichtiger ist erst mal, dass der Kleine lernt: An einer Straße wird immer angehalten und eine Pause eingelegt.

 

Dann stehst du wieder auf und achtest darauf, dass dein Süßer nicht gleich durchstartet. Falls er das doch versuchst, ziehst du nicht (!) an der Leine. Sondern hockst dich wieder hin und bringst ihn mit deinen Händen wieder zurück an deine Seite. Durch die kurze Leine ist dein Palaneri ja noch in Reichweite. Dann versuchst du es erneut.

 

Bleibt dein Welpe neben dir und wartet auf dich, nimmst du die Leine hinter deinen Körper in die vom Welpen abgewandte Hand. (Beispiel: Dein Welpe sitzt links neben dir. Die Leine führt vom Welpen hinter deinen Körper in deine rechte Hand.) Die Hand auf der Welpenseite (in meinem Beispiel die linke Hand) ist nun frei und nimmt sich ein Leckerli. Dies hältst du deinem inzwischen bestimmt ungeduldigen Palaneri direkt vor die Nase, lässt es ihn aber noch nicht fressen. (Ja, du musst dich dafür etwas verrenken.)

 

Nun sagst du "komm mit" (oder was auch immer du möchtest), gehst zügig los (auf der Straße wird nicht getrödelt) und hältst die Nase deines Kromis mittels des Leckerlis auf deiner Unterschenkel-/Knie-Höhe; ganz nah an deinem Bein. Auf der anderen Straßenseite angekommen bekommt er endlich das Leckerli und hört dein Auflösesignal (z.B. "go"), bevor er irgendetwas anderes machen kann.

 

Jetzt feierst du eine Party mit deinem Schatz, denn er hat gerade eine total komplexe Aufgabe gemeinsam mit dir gemeistert.

 

Noch ein paar Erklärungen zu dieser Übung?

 

Ich finde das Straßentraining ganz elementar! Viel zu oft werden leider kleine Welpen - aber auch erwachsene Hunde - von Autos überfahren und getötet, weil sie die Gefahr einfach nicht einschätzen können. Daher finde ich es unverzichtbar die Lütten Straßen-sicher zu machen und ihnen Respekt vor der Straßen und den Dingern darauf beizubringen.

 

So sollte sich dein Kromi auch niemals unter ein (parkendes) Auto in den Schatten legen dürfen. Das hat zum Beispiel Kabou als Welpe sehr gern versucht. Ich habe dann immer vehement "no!" gesagt und ihn zu einem anderen schattigen Platz geführt. Auch sollte sich dein Hund nicht direkt neben ein Auto setzen oder legen um sich auszuruhen; lieber ein paar Meter abseits.

 

Warum darfst du deinen Hund nicht an der Leine zu dir zurückziehen?

Du möchtest nicht, dass dein Kromi an der Leine zieht, also hat dein Palaneri das gleiche Recht auf eine lockere Leine. Außerdem soll er die Leine doch positiv verknüpfen. Zug erzeugt Gegenzug und Druck erzeugt Gegendruck. Die Leine ist keinesfalls dafür gedacht, deinen Schatz in die gewünschte Richtung zu zerren.

 

Dein Hund soll eine solche Bindung zu dir aufbauen, dass er dich immer im Auge hat, somit sofort bemerkt, wo du hingehst und dir dann automatisch folgt. Die Leine soll eigentlich "überflüssig" sein. Sie ist nur für den absoluten Notfall als Sicherheitsnetz gedacht. Und auch dann nur zum Festhalten! Nicht zum Zurückziehen!!! Das erkläre ich im Palaneri-Eltern-Forum beim Thema "Leinenführigkeit" noch genauer.

 

Warum sollte dein Hund in Zukunft an der Straße besser sitzen als stehen?

Die Chance, dass er ruhig abwartet, ist im Sitzen einfach größer. Im Stehen wird er beim Schnüffeln doch ein paar Schritte hin und her und im schlimmsten Fall nach vorne gehen. Oder schneller zu anderen Hunden oder Menschen wollen. Sitzt er neben dir, kannst du seine Intension leichter im Ansatz erkennen und ihn korrigieren.

 

Warum die Leine hinter deinen Körper?

Dadurch verkürzt du ohne großen Aufwand den Aktionsradius deines Welpen nach vorne. Dein Schatz kann so den Befehl "komm mit" gar nicht mit Nach-Vorne-Preschen verknüpfen, denn das geht gar nicht.


Ihr seid abseits der Straßen angekommen? Dann verlängere die Leine oder lasse sie noch besser einfach fallen und sage dabei "go". Droht Gefahr, kannst du die Leine schnell aufnehmen oder dich darauf stellen, aber abgesehen davon kann dein Welpe in seiner Zeit die Umgebung erkunden. Es gilt grundsätzlich das gleiche, was ich schon zum Erkunden des Gartens geschrieben habe: Alles gemeinsam im Tempo deines Schatzes erkunden. Freue dich mit ihm, wenn er wieder etwas Neues kennengelernt hat.

 

Welpen in diesem Alter haben noch einen Folgetrieb. Deshalb ist es gut, die Leine so oft wie möglich fallen zu lassen. So lernt dein Kromi von Anfang an im Freilauf auf dich zu achten. Dein Schatzi wird mit Argusaugen darauf achten, dich nicht zu verlieren - egal wie spannend seine neue Umgebung ist. Wann immer er zu dir schaut: Lobe ihn. Genau das möchtest du nämlich später auch: Dass er während des Freilaufs oder Spiels immer mal wieder zu dir sieht und dich fragt, ob du mit ihm kommunizieren willst.

 

Dein Süßer kommt sogar von sich aus zu dir zurückgerannt? Greife dir schnell ein Leckerli, halte es auf Welpenschnauzenhöhe, bewege dich rückwärts von ihm weg und sage während der Kleine zwar schon bei dir ist, aber mit der Nase am Leckerli noch geht, dein Rückrufwort (z. B. "zu mir"). Wichtig ist, dass dein Welpe noch in Bewegung ist, während du das sagst. Denn du möchtest ja mit deinem Rückrufwort nicht das bei dir Stehen oder Sitzen verknüpfen, sondern das Kommen!

 

Sage das Rückrufwort auch noch nicht, wenn dein Welpe noch nicht am Leckerli angedockt hat. Es könnte ihm noch etwas Interessanteres in seine Nase kommen, woraufhin er abbiegt oder anhält. Dann belegst du deinen Rückruf ebenfalls falsch.

 

Genauso solltest du dein Rückrufwort noch nicht als Rückruf einsetzen, bis du dir nicht 1.000%-ig sicher bist, dass dein Lütter auch wirklich verstanden hat, was du damit meinst. Wie das klappt erkläre ich dir im Palaneri-Eltern-Forum. Setzt du es zu früh als echten Rückruf ein und es klappt nicht, lernt dein Racker nur, dass es egal ist, ob er daraufhin zu dir kommt oder nicht. 


Nimm zwischendurch immer mal wieder die Leine auf, ohne dass es eigentlich erforderlich wäre. Lass deinen Palaneri ein paar Meter an der aufgenommenen, lockeren Leine gehen. Dann lässt du die Leine wieder mit einem "go" fallen. So verhinderst du, dass das Aufnehmen der Leine zu einem Signal für Gefahr oder Aufregung oder für jetzt ist der Spaß vorbei wird.

 

Gleiches gilt für Leine richtig abmachen und wieder anklippen.


Siehst du verschiedene Bodenbeläge (z. B. Gitter, Rampen, Schrägen, wackelige Gegenstände, Äste, Baumstämme, ...)?

 

Prima! - Nutze sie!

 

Führe deinen Kromi darüber und lobe ihn überschwänglich, wenn er auch dieses Abenteuer mit dir gemeinsam gemeistert hat. Vor allem Untergründe, durch die man hindurchsehen kann sind äußerst schwierig für Hunde. Das sollte er daher früh kennenlernen. Außerdem fördert klettern das Selbstbewusstsein und Balancieren den Gleichgewichtssinn.


Unsere Kromis neigen ja ein wenig zum Fremdeln. Meist ab der Pubertät, wenn sie nicht zuvor unzählige positive Erfahrungen gesammelt haben. Ich habe daher unterwegs immer viele Menschen angesprochen, ob sie meinen Kleinen nicht mal anfassen könnten. Vor allem dann, wenn meine Welpen eh schon skeptisch waren (langer Mantel, Hut, farbige Menschen, Regenschirm, Skateboard, Walking-Stöcke, Menschen mit Gehhilfen, Kinderwagen, ...).

 

Die Kontaktaufnahme erfolgte immer unter meiner Anleitung:

 

Die Menschen sollten ihre Hand hinhalten, meinen Hund in Ruhe schnüffeln lassen und erst dann streicheln. Auch die angstauslösenden Gegenstände sollte dein Welpi in Ruhe untersuchen und beschnuppern können. Und du lobst deinen mutigen Kerl die ganze Zeit wie bekloppt. Gerade bei fremden Kindern ist es wichtig, dass du auf eine kontrollierte Kontaktaufnahme achtest. Unterstütze die Eltern bei der Erziehung und nutze die Möglichkeit, Kinder zu informieren, dass sie immer (!) erst den Menschen fragen müssen, ob sie seinen Hund berühren dürfen und wenn ja, dass sie trotzdem immer die Anweisungen des Hundehalters befolgen müssen.

 

Kabou zeigt von sich aus immer an, ob er von anderen angefasst werden möchte oder nicht. Wird ihm die Hand hingehalten und er wendet sich ab, lasse ich keine Berührung zu. Ich erkläre es den Kindern so, dass sie ja auch nicht immer durch die Haare gewuschelt werden wollen. Die meisten Kinder verstehen es, wenn man ihnen ein verständliches Bild in ihren Kopf zeichnet. 

 

Haben Kinder Angst und laufen weg und oder schreien, suche ich das Gespräch mit den Eltern und im besten Fall mit dem Kind direkt: Weglaufen ist das blödeste, was ein Kind tun kann. Das ist ein Bewegungsreiz, dem fast kein Welpe standhalten kann. Er wird hinterher rennen, das Kind vermutlich einholen, bellen, hochspringen und im schlimmsten Fall auch noch beißen, um es "festzuhalten", damit es nicht weiter läuft. Das gehört zum Jagdtrieb, ist also ein Ur-Trieb, den wir erst nach und nach durch Impulskontrolle abbauen müssen. Schreit das Kind, wird der Welpe davon sogar noch angestachelt.

 

Ich erkläre ängstlichen Kindern immer, dass sie - egal wie groß ihre Angst ist - am besten stehen bleiben und ihre Arme vor ihrer Brust überkreuzen. Dann kann der Hund nicht mehr nach den Händen schnappen. Dabei sollen sie den Hund nicht anschauen, sondern den Hundehalter und ihm mit möglichst ruhiger Stimme sagen, dass sie Angst haben und der Hund doch bitte weggenommen und angeleint werden soll. Jeder verantwortungsvolle Hundehalter wird sofort entsprechend reagieren.

 

Die meisten Eltern freuen sich über die Tipps zum Anfassen und bei Angst. Wichtig ist, dass sie deine Tipps auch hören, um das Kind bei ähnlicher Situation an das richtige Verhalten erinnern zu können.

 

Ach so: Ich lasse andere Menschen - zumindest in der Welpenzeit - nie Leckerli geben. Das hat mehrere Gründe:

  • Zum einen merken sich die kleinen Frechdachse sofort, dass es auch anderswo tolle Leckereien gibt. Warum soll er dann noch zu dir zurückkommen?
  • Außerdem wird er ganz schnell das Betteln anfangen. (Kann ich gar nicht leiden...)
  • Dein Racker wird unkontrolliert auf andere Menschen zurennen. Vielleicht haben die ja auch etwas Leckeres dabei? Solange er noch ein Welpe ist, finden es die meisten süß. Ist dein Palaneri groß, finden sie es aber nicht mehr so toll. Aber dann hat sich das Verhalten bei deinem Kromi bereits etabliert.
  • Sind es andere Hundebesitzer, die Leckerli verteilen, kann es zu Ressourcenkämpfen mit deren Hunden kommen.
  • Du weißt nie, was dein Süßer da gerade zugesteckt bekommt.

Heute dürfen meine Kromis hin und wieder mal Leckerli von anderen Menschen bekommen. Aber nur, wenn meine Hunde mich vorher fragen (anschauen) und ich es erlaube. Möchte ich das nicht, rufe ich sie ab und sie bekommen von mir tolle Leckerli. Sie sollen ja nicht leer ausgehen. Und es muss sich ja auch lohnen, artig gefragt zu haben.


Die Orientierung am Menschen könnt ihr auch schon auf jedem Spaziergang (aber nur abseits der Straßen!) üben. Das ist gar nicht schwer. Hier ein paar Ideen dazu:

 

Zickzack

Während du mit deinem Palaneri an der kurzen Leine (1 m) spazieren gehst, wechselst du auf einmal und ohne Ankündigung recht abrupt die Richtung. Das machst du alle paar Schritte / Meter; immer in unterschiedlichen Abständen. Anfangs ist dein kleiner Fratz vermutlich noch irritiert. Bald schon findet er das Spiel aber lustig, ist aufmerksam und versucht immer schneller zu erkennen, wohin du als nächstes gehst. Und du lobst ihn immerzu, wenn er direkt mit dir mitkommt. Und eine besondere Party machst du, wenn er dabei auch noch deinen Blickkontakt sucht.

 

Futtertreiben

Dein Schatz muss dazu nicht angeleint sein. Das kannst du sogar drinnen üben. Nimm ein paar Leckerli in die Hand, schließe sie zu einer leichten Faust, drehe den Handrücken nach unten. Daumen und Zeigefinger sollten vor der Kromi-Schnauze sein - aber nah an deinem Körper. Er riecht die Leckerli und will sie unbedingt haben. Du öffnest deinen Daumen und Zeigefinger (vielleicht auch noch den Mittelfinger) etwas. Dein Welpi wird seine Schnauze in deine leicht geöffnete Hand drücken und nach den Leckerli züngeln. Während dessen gehst du rückwärts. Dein Kleiner soll dich richtiggehend vor sich hertreiben. Dabei leert er nach und nach deine Hand.

 

Mit dieser leckeren Aufgabe verfestigt dein Welpe die Erkenntnis, dass es sich immer lohnt, ganz nah bei dir zu sein und zu dir zu laufen. Außerdem eignet sich diese Übung auch wunderbar, um das "Hier" weiter zu festigen, wenn du es - während du noch in der Rückwärtsbewegung bist - sagst.

 

Ich sehe was, was du nicht siehst!

Dein Kleiner ist gerade mit ganz intensivem Schnüffeln beschäftigt? Oder mit irgend etwas anderem? Hock dich hin und inspiziere ganz genau, was da vor dir liegt. Ein Stein, ein Zapfen, eine Blüte, ein Grashalm - ganz egal. Auf jeden Fall ist es superspannend und du hast keinen Blick mehr für deinen Welpen. Vielleicht sitzt du auch seitwärts oder sogar mit dem Rücken zu ihm?! Es wird deinen neugierigen Fratz derart interessieren, was du da Tolles gefunden hast, dass er bald angeflitzt kommt. Darüber freust du dich natürlich überschwänglich und teilst deine Errungenschaft mit ihm. Am besten wäre es, wenn ihr dabei vielleicht sogar in ein Spiel zur Belohnung übergehen könnt. (Es muss ja nicht immer ein Leckerli sein...)

 

Versteckspiele

Dein Süßer hat schon länger nicht mehr nach dir geschaut? Verstecke dich doch mal. Wie lange dauert es, bis dein Frechdachs merkt, dass du ihm nicht mehr folgst? Läuft er gleich zurück und sucht dich? Dann trete sofort hervor und freue dich tierisch mit ihm, dass ihr euch wieder gefunden haben. Lasse ihn keinesfalls in Panik geraten. Weiß er nicht, was er tun soll, wenn er dich nicht sieht, trete ebenfalls hervor, gehe aber nicht zu ihm. Er wird auf dich zustürmen und dabei freust dich mit ihm.

 

Vor und zurück

Dein Racker ist mutig und läuft ziemlich voraus? Dreh dich um und gehe einfach zurück - ohne Worte. Sieh nicht über die Schulter. Es dauert nicht lang und er kommt angeprescht. Lobe ihn dafür. Er rennt wieder vor? Gleiches Spiel noch mal. Vielleicht dauert es eine Weile, aber er wird merken, dass es sinnvoller für ihn ist, dich besser im Auge zu behalten und nicht so weit voraus zu rennen. Bleibt er dann bei dir, freust du dich richtig dolle mit ihm und belohnst ihn mit einem Spiel oder einem Leckerli.

 

Wo gehts lang?

Dein neuer Kumpel entscheidet sich an einer Weggabelung selber für eine Richtung? Du schlägst natürlich ohne Worte den anderen Weg ein! Ratzfatz ist dein Zwerg wieder bei dir. Versprochen!

 

 

All diese Vorschläge sorgen für den Lernprozess, dass es lohnenswerter ist, auf dich zu achten, als sein eigenes Ding zu machen. Das wird dir in vielen noch vor euch liegenden Situationen sehr helfen. Du hast noch weitere Ideen dazu? Nur Mut - probiere es aus!

 

Aber halte diese Übungseinheiten kurz! Erwarte noch nicht zu viel von deinem Lütten. Denke daran, es ist sowieso noch alles neu für ihn. Und er muss alles Neue im nächsten Schlaf verarbeiten können.


Fazit

Heute habt ihr auch schon wieder ganz viel zusammen geübt. Und das, ohne richtiges Training; nur beim Gassi-Gehen:

  • mindestens 4 neue Befehle:
    • Straße
    • Komm mit!
    • Go
    • Zu mir!
  • Verhalten gegenüber angeleinten Hunden
  • unbekannte Untergründe
  • Orientierung an dir 
  • fremde Gegenstände
  • fremde Menschen
  • fremde Umgebung

Das ist so unglaublich viel für so einen kleinen Welpen. Und das Neue von gestern hat er ja auch noch gar nicht richtig verarbeitet... Führe dir bitte immer wieder vor Augen, welche Leistung das kleine Welpenhirn da gerade erbringt. Dich und deinen Lebensrhythmus muss er auch noch begreifen.

 

Daher meine Bitte: Ihr braucht wirklich noch kein Sitz, Platz und Bleib zu üben. Dein Palaneri hat in den ersten Tagen bei dir auch so schon so viel zu lernen und zu verarbeiten.

 

Wenn dir das Sitz und Platz trotzdem schon sehr wichtig ist, kannst du die Befehle ja einfach schon mal benutzen, wenn dein Welpe von sich aus die entsprechende Position einnimmt.