Palaneri-Aufzucht

in der 1. Lebenswoche

Alles, was ich hier zur Aufzucht schreibe, ist bisher nur meine Planung, die ich aus Erfahrungen anderer Züchter und aus schlauen Büchern zusammengetragen habe. Schließlich handelt es sich bei Palaneri's A-Wurf um die ersten Welpen bei mir zu Hause. Ob und inwiefern dies alles umsetzbar und tatsächlich sinnvoll ist, wird sich zeigen. Nach dem ersten Wurf werde ich dann wohl schlauer sein und hier ggf. Anpassungen vornehmen.

 

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Die Welpen leben von Anfang an in meinem Wohnbereich. Genauer gesagt in meinem Wohnzimmer. Dort wird die Welpenbox aufgebaut, in der die Kromi-Babys ungefähr ihre ersten zwei bis drei Lebenswochen verbringen. Ich schlage - zumindest in den ersten Wochen - mein Schlaflager in unmittelbarer Nähe der Welpenbox auf, um bei Bedarf stets schnell zur Stelle zu sein.

 

In ihren ersten zwei Lebenswochen befinden sich die Welpen in der sogenannten neonatalen Phase. Sie können zu dieser Zeit noch nicht sehen oder hören, und können weder selbständig ihre Körpertemperatur regulieren noch eigenständig Kot oder Urin absetzen. Für all das sorgt die Mutterhündin. Eigentlich können die Welpen in dieser Zeit nur schlafen, trinken, fiepen, Wärme empfinden, etwas robben und Pendelbewegungen mit dem Kopf ausführen, um die Zitzen zu finden.

 

Durch die Unterbringung der Welpen mitten im Alltagsgeschehen, werden die Palaneri's von vornherein an das tägliche Leben im Menschenhaushalt mit allen üblichen Geräuschen und Gerüchen gewöhnt. Auch wenn die Augen und Ohren anfangs noch geschlossen sind, geht man davon aus, dass frühe Geräusch- und Lichtwechselgewöhnung sich förderlich auswirkt.

 

Die Welpen kommen mit einem nicht ausgereiften Nervensystem auf die Welt, welches sich in den ersten Lebenswochen extrem weiterentwickelt. Dazu bedarf es jedoch an Umweltreizen. Erst durch die Stimulierung der Sinneskanäle wird deren Entwicklung richtig in Gang gesetzt. So reicht zum Beispiel schon das flackernde Licht des Fernsehers, um einen entsprechenden optischen Reiz auszulösen. Und klassische Musik mit ihren Tempowechseln und anschwellender wie abnehmender Lautstärke für die akustische Stimulation.

 

Übrigens können Hunde (später) zwar Farben sehen, jedoch verfügen sie im Gegensatz zu uns Menschen nur über zwei Zäpfchen. (Wir Menschen haben drei.) Daher können sie weder Rot noch Grün sehen. Gelb und Blau sind die Farben, die sie am besten wahrnehmen können.

 

Bereits in ihrer ersten Lebenswoche bekommen die Welpen ihren ersten Besuch: Unsere Tierärztin kommt zu uns. Sie überprüft den Allgemeinzustand der Kromi-Mama und untersucht selbstverständlich jeden einzelnen Welpen. Spätestens dann sollte klar sein, ob alle Welpen gesund und munter sind.

 

Vielleicht schaut auch ein Zuchtwart unseres Rassezuchtvereins in den ersten ein bis zwei Lebenswochen der Welpen bei uns vorbei. Er oder sie wird ebenfalls die Fitness der Welpen und ihrer Mutter begutachten und nochmals schauen, ob in meiner Zuchtstätte alles wie gewünscht läuft und eingerichtet ist.

 

Auch gehe ich davon aus, dass meine Eltern und vielleicht einige ganz enge Freunde neugierig sind und schon mal gucken kommen wollen. Aber genau darum geht es zu diesem Zeitpunkt:

  • Nur Schauen - nicht anfassen! Kein Besucher wird in dieser Woche körperlichen Kontakt zu den Welpen aufnehmen. Das wird die Mutterhündin zu diesem Zeitpunkt entweder nicht dulden oder aber, es stresst sie enorm.
  • Ich lasse ausschließlich Besucher rein, die meine Hündin so gut kennt, dass ein (kurzer!) Besuch keinerlei Stress verursacht.

Da einige Kromis leider zur Unsicherheit neigen, was durchaus unerwünschte Verhaltensweisen hervorbringen kann, liegt es mir sehr am Herzen, die kleinen Mäuse Beginn an mit kleinen Dosen Stress zu konfrontieren. Ich erhoffe mir davon eine Adaption des Stresses und damit Reduzierung der späteren Unsicherheiten.

 

Ich weiß, dass manche Züchter ihre Welpen dauerhaft unter eine Rotlichtlampe legen und/oder ihren Wohnbereich auf bis zu 30 Grad aufheizen. Letzteres kommt für mich überhaupt nicht in Frage, weil mir grundsätzlich schon immer ziemlich warm ist; dann würde ich mich wie in der Sauna fühlen und nur noch schwitzen. Aber keine Sorge, die kleinen Mäuse werden auf keinen Fall frieren müssen:

  • Natürlich werde ich mehr einheizen, als es meine Wohlfühltemperatur, die bei 19-21° C liegt, vorgibt.
  • Außerdem habe ich vor, einen Teil der Welpenbox mit einer individuell regulierbaren "Fußbodenheizung" zu versehen.
  • Die Welpenkiste soll darüber hinaus einen Deckel erhalten, der entweder die ganze Box abdecken kann, oder nur die Hälfte oder aber auch gar nicht. Je nach Bedarf und Belieben der Mutterhündin und der Welpen anpassbar.
  • Auch für die Welpen angenehm temperierte Wärmekissen und Wärmflaschen können jederzeit zum Einsatz kommen.
  • So bekommen sie die in ihren ersten Lebenstagen und -Wochen benötigten Umgebungstemperaturen, was ich selbstverständlich stets überwachen (Thermometer) werde:
    • bis zum 25. Lebenstag ca. 24 - 28° Celsius
    • bis zum 35. Lebenstag ca. 22 - 24° Celsius 
    • nach dem 35. Lebenstag ca. 21 - 22° Celsius

Die Rotlichtlampe kommt bei mir nur zum Einsatz, wenn dies aus medizinischen Gründen erforderlich ist. Die Gefahr des Austrocknens der Welpen ist mir bei einer generellen Verwendung einfach zu hoch.

 

Leichte Temperaturschwankungen, die zum Beispiel schon das Rüberrobben von der Seite mit der Fußbodenheizung auf die Seite ohne Fußbodenheizung bewirken kann, sind jedoch durchaus für die Entwicklung der Welpen gewünscht: Liegen die Welpen ständig warm, sind sie keinen Temperaturreizen ausgesetzt, die jedoch einen milden Stress auslösen.

 

Wird ihnen zu kühl, suchen sie instinktiv die Nähe zu ihren Geschwistern und kuscheln sich an. So lernen sie, dass es eine Lösung für ihr Problem gibt, was für die erste assoziative Lernerfahrung sorgt. Sollten die Lütten nicht selbstständig zurück zu ihren Geschwistern finden, machen sie sich lautstark bemerkbar. Sofern meine Hündin nicht schneller ist als ich, greife ich helfend ein, hebe den Welpen auf, und lege ihn zu den Geschwistern und / oder zur Mama. Dabei lernt der Kleine bereits jetzt, von Menschen berührt zu werden, ist nichts Schlimmes; im Gegenteil, der Mensch hilft ihm ja.

 

Auch das tägliche Wiegen zur Gewichtskontrolle löst durch die kurze Trennung von der Mama und den Geschwistern gewissen Stress aus, dem sich die Welpen sowieso stellen müssen. Ich nehme die Welpen zusätzlich regelmäßig hoch und bekuschele sie, damit sie bereits früh an Menschen gewöhnt werden. Natürlich anfangs nur kurz und in der Nähe der Mama, um den Stress für alle im Rahmen zu halten.

 

Dabei ist es mir besonders wichtig, dass die Welpen Hautkontakt haben und nicht nur auf meinem kuscheligen Pullover herumliegen. Dann sorge ich nämlich für die überlebenswichtige Körperwärme und die Palaneri-Welpen nutzen ihre beiden bereits funktionierenden Sinne: Fühlen und riechen. Und sie lernen, dass sie sich bei einem Menschen genauso geborgen und sicher fühlen können, wie bei ihren Geschwistern und ihrer Mama. So starte ich den Bindungsaufbau zum Menschen. Hier kommt noch mal das "Bindungshormon" Oxytocin zum Einsatz, welches ja schon während der Trächtigkeit wichtig war.

 

Zusätzlich orientiere ich mich vom 3. - 16. Lebenstag der Welpen am Bio Sensor Programm, um das Nervensystem möglichst optimal zu beeinflussen. Dazu gehören folgende fünf tägliche Übungen:

  1. Taktile Stimulation: Während ich den Welpen in einer Hand halte, berühre ich ihn mit einem Wattestäbchen zwischen den Zehen einer beliebigen Pfote.
  2. Aufrechte Kopfhaltung: Ich halte den Welpen mit beiden Händen genau senkrecht mit dem Kopf nach oben und mit der Rute nach unten.
  3. Kopf nach unten: Mit beiden Händen sicher gehalten, drehe ich den Welpen nun senkrecht um 180°, so dass die Rute nach oben und der Kopf in Richtung Boden zeigt.
  4. Rückenlage: Anschließend halte ich den Welpen so, dass er mit dem Rücken auf meinen Handflächen parallel zum Boden liegt und seine Schnauze nach oben zeigt.
  5. Thermostimulation: Für jeden Welpen habe ich ein Tuch vorbereitet, in dem ich es befeuchtet und mindestens 5 Minuten in den Kühlschrank gelegt habe. Den Welpen lege ich mit den Pfoten nach unten auf das kalte Tuch, hindere ihn jedoch nicht an seinen Bewegungen.

Diese Übungen werden mit jedem Welpen jeden Tag nur einmal durchgeführt. Sie dauern anfangs nicht mehr als 3 Sekunden und werden langsam auf maximal 5 Sekunden erhöht. Dabei bleibe ich direkt bei der Welpenbox; ganz in der Nähe von Mama und den Geschwistern. Häufigere oder längere Belastungen wirken sich nachteilig aus. Hält man sich jedoch an die Vorgaben, sollen diese Übungen viele Vorteile für die Welpen bringen:

  • frühzeitige Reaktion des Nervensystems auf kontrollierten Stress, was sich positiv auf die Stresstoleranz auswirken soll
  • verbesserte Herzfrequenz
  • stärkere Herzschläge
  • stärkere Nebennieren
  • bessere Widerstandskraft gegen Krankheiten

Du möchtest wissen, wann es Palaneri-Welpen gibt? Schau doch einfach bei meiner Wurfplanung nach.