Palaneri-Aufzucht

in der 3. Lebenswoche

Mit dem Öffnen der Augen und Ohren befinden sich die Welpen in der sogenannten Übergangsphase. Sie können nun nicht nur sehen und hören, sondern fangen auch an, ihre Körpertemperatur selber zu regeln und eigenständig Kot und Urin abzusetzen. Sie lernen ihre Muskulatur zu kontrollieren und werden versuchen, sich auf ihre vier Beinchen zu stellen und ihre ersten Schritte zu machen. Darüber hinaus beginnen sie, ihre erste Neugierde zu befriedigen.

 

Wenn das Bio Sensor Programm beendet ist, nehmen die jungen Palaneris bereits ersten Kontakt mit einer weichen (Baby)-Bürste und einem Gummistriegel auf. Anstatt sie nur mit der Hand zu streicheln, setzte ich nun schon mal ganz sanft die ersten Fellpflegeinstrumente ein. Auch das Abwischen mit einem weichen Tuch lernen Sie bereits kennen. Somit sollte dies später kein ausweichendes Verhalten mehr hervorrufen.

 

Fangen die Welpen an zu laufen, wird ihr Aktionsradius erweitert: Die Wurfbox öffnet sich und ein kleiner Auslauf steht bereit. Dieser wird zunächst nur ungefähr zwei bis drei Quadratmeter umfassen, aber das sind für die Welpen jetzt noch schier endlose Weiten. Direkt vor der Öffnung der Wurfbox steht ein mobiles Welpen-Klo, eine flache Wanne mit frischem Rasen, welchen ich in den Wochen zuvor eigens zu diesem Zweck (in Massen) herangezogen oder aber als Rollrasen bestellt habe. Die Welpen lernen dadurch sofort das Gefühl von Gras unter den Pfoten kennen, wenn sie sich lösen. Das mobile Welpen-Klo wird selbstverständlich regelmäßig erneuert.

 

In dem nun eröffneten Auslauf finden die Welpen einige Spielzeuge. Anfangs jedoch nur wenige, um sie nicht mit zu vielen neuen Reizen zu überfordern. Ein Teil des Innenauslaufes wird mit Plexiglas-Wänden abgegrenzt, so dass die Kleenen freien Blick in das Wohn- und Esszimmer haben und das tägliche Leben voll und ganz mitbekommen. Gleich vor der Wurfbox befindet sich die Terrassentür, durch die die Welpen später auch direkten Zugang zum Welpengarten erhalten. Aber schon jetzt lässt sich die fremde Außenwelt durch das sichernde Glas beobachten. Das sind für den Anfang schon ganz schön viele neue Eindrücke, die die Lütten erst mal verdauen müssen.

 

Es erfordert ziemlich viel Mut von den kleinen Palaneris, sich dieser neuen, großen Welt zu stellen. Da wird es sicher ein paar Mutige geben, die es nicht abwarten können und voranstürmen. Aber unter Garantie sind auch welche dabei, die erst mal aus sicheren Gefilden heraus beobachten, was da draußen auf sie wartet und wie sich die vorwitzigen Geschwister dort so schlagen.

 

Je nach Mobilität, Mut und Neugier der Kleinen wird der Auslauf im Wohnzimmer vielleicht bereits in dieser Woche erweitert. Zunächst auf etwa sechs Quadratmeter. Dadurch, dass sich die Welpen neue Flächen nach und nach erobern, vermeide ich eine Überforderung der Welpen. Außerdem bleibt der Auslauf spannend und aufregend. Es gibt immer mal wieder etwas Neues zu erkunden. Das fördert auch die geistige Entwicklung und Flexibilität.

 

Die nächste Vergrößerung des Auslaufs auf ungefähr neun Quadratmeter führt um eine Ecke herum, so dass die Lütten ihre Geschwister und ihre Mutter beim Spielen durchaus mal aus den Augen verlieren können. Dafür versteckt sich hinter der Ecke unter anderem ein Spiegel, in dem so ein merkwürdiger anderer Welpe steckt, der zwar aussieht wie die Geschwisterchen, aber gar nicht nach Kromi riecht. Und dann macht der Blödmann auch noch exakt das gleiche, wie der Palaneri direkt davor... Sehr merkwürdig...

 

Mit der nächsten Veränderung stehen den Palaneris bereits fast 15 qm zum Toben zur Verfügung. Das werden sie sicher ordentlich ausnutzen.

 

Nach und nach kommen in diesen Tagen und Wochen immer neue Beschäftigungsmöglichkeiten hinzu, so dass sie sich nicht darum streiten müssen. Beispielhaft nenne ich hier nur ein paar:

  • nicht-qietschende Kuscheltiere
  • Bälle
  • Kartons
  • Körbchen
  • flatternde oder scheppernde Sachen
  • Baby-Rasseln
  • Und noch Vieles mehr.

Aber auch Höhlen und Kuschelplätze sind ausreichend vorhanden, so dass sich jeder Palaneri für ein ruhiges Nickerchen zurückziehen kann, wenn er das möchte. Gleiches gilt übrigens für die Mutterhündin: Sie findet immer und überall erhöhte Plätze, die ihre Welpen nicht erreichen können, so dass sie sich stets zurückziehen, ihre Meute dennoch im Blick behalten kann.

 

Wirf doch einfach mal einen Blick in die Palaneri-Welpenstube.

 

Damit das ganze Beschäftigungsprogramm überhaupt Platz findet, wird es nicht nur getauscht und verändert, sondern die Spielfläche der Palaneris wird Laufe der folgenden Tage und Wochen immer größer. Erst der gesamte Wohnzimmerbereich mit ca. 25 qm, dann kommt die Essecke noch dazu (weitere 15 qm). Irgendwann wird die Begrenzung sogar ganz aufgehoben und die Welpen können sich tagsüber relativ frei im gesamten Erdgeschoss (ca. 80 qm) bewegen.

 

Die verschiedenen Ruhezonen werden dann weiter von einander entfernt aufgebaut, so dass es stets die Möglichkeit gibt, Stress, Streit und Aufregung aus dem Weg zu gehen. Dabei lernen die Lütten deeskalierendes Verhalten (Ausweichen, Rückzug, den anderen in Ruhe lassen). Das wäre auf zu engem Raum nicht möglich.

 

Bereits in meinem Haus lernen die jungen Palaneris im Laufe der Aufzucht richtig viele verschiedene Bodenbeläge kennen:

  • PVC
  • Laminat
  • Fliesen
  • Teppich
  • verschiedene Fußabtreter.

Das ist das, was sowieso schon alles da ist. Dann kommt noch dazu, was ich zusätzlich auslege:

  • (Knister-) Folien
  • Gitter
  • Schrägen
  • (kleine) Stufen, ...

Mal schauen, was mir noch so einfällt.

 

Wie ich mich kenne, wird mir immer mal wieder etwas "versehentlich" herunterfallen. Anfangs nur mal ein Tuch oder ein weiches Spieli. Oder ein Kissen? Später vielleicht mal das Portemonnaie oder die Handtasche? Irgendwann fallen mir dann auch mal ein Schlüsselbund, eine Plastikschüssel oder sogar Topfdeckel herunter. Durch meine Ungeschicklichkeit sollen die Lütten lernen, auch mit plötzlich auftauchenden und unerwarteten Situationen und Geräuschen umzugehen.

 

Nachts begrenze ich den Auslauf der Welpen wieder und räume die Spielzeuge außer Reichweite. So lernen die kleinen Racker, dass es sich um eine Ruhephase und nicht um Spielzeit handelt. Ich hoffe, dass ich den Kleenen bis zu ihrem Auszug den Tag-Nacht-Rhythmus schon ein bißchen antrainiert habe.

 

Wenn bisher alles gut gelaufen ist, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, dass ab der 3. Lebenswoche auch die Paleneri-Welpen-Interessenten zu Besuch kommen, die meiner Hündin noch nicht so sehr bekannt sind. Es gelten jedoch noch immer die gleichen, strengen Regeln für Besucher. Vermutlich habe ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht endgültig entschieden, welche Interessenten tatsächlich einen Palaneri-Welpen bekommen. Trotzdem freue ich mich sehr, wenn alle Interessenten zu Besuch kommen (bitte nach vorheriger Absprache). Es ist bestimmt spannend zu beobachten, wie die Kleenen zu diesem frühen Zeitpunkt bereits auf dich reagieren.

 

Das Gleichgewichtstraining wird gesteigert, indem die Welpen nun in einem Körbchen liegen, während ich dieses leicht hin- und herwiege.

 

In dieser Lebenswoche werden vielleicht schon die ersten Zähnchen durchbrechen. Dann gibt es vielleicht auch schon mal leckere Tatar-Kügelchen zum Probieren. Diese tolle Leckerei bekommen Palaneris natürlich einzeln auf meinem Schoß per Handfütterung. Sie sollen lernen, dass es so tolle Sachen nur vom und beim Menschen gibt.

 

Wenn es dann auch schon Ziegenmilch oder vielleicht sogar den ersten Welpen-Brei gibt, benutze ich einen bestimmten Ton zum Heranrufen der Welpen. Die Welpen lernen rasend schnell, dieses Geräusch bedeutet, "gleich gibt es etwas Leckeres" und kommen sofort angerannt. Diese Verknüpfung erleichtert den zukünftigen Besitzern das Trainieren des Rückrufs.

 

Übrigens bekommen die Kleenen bei mir ihre Mahlzeiten hin und wieder auch mal im eigenen Napf serviert statt ausschließlich im Gemeinschafts-Futterring. Allerdings bedarf das Füttern aus einzelnen Näpfen auch etwas Koordination: Ich stelle die gefüllten Näpfe auf, während sich die hungrige Meute hinter einer Absperrung befindet. Dann warte ich, dass sie sich ein wenig beruhigen. Als Nächstes öffne ich den Auslauf und achte darauf, dass jeder Palaneri einen eigenen Napf findet. Fängt ein Welpe das Wandern an, setze ich ihn zurück an seinen Napf. Wer seinen Napf geleert hat, muss die anderen in Ruhe weiter fressen lassen. Klappt das nach ein oder zwei Verwarnungen nicht, entferne ich ihn von seinen Geschwistern und parke ihn im Auslauf.

 

Während des Fressens streichele ich die einzelnen Welpen oder gehe zügig an ihnen vorbei. Dadurch lernen sie, dass sich ein Mensch auch beim Fressen annähern und sie anfassen darf. Ist einer der Lütten dabei angespannt, bekommt er ab der nächsten Mahlzeit Intensivbetreuung: Nur eine kleine Portion im Napf, die ich dann von Hand immer wieder nachfülle. Oder ich nehme ihm den noch nicht leeren Napf mal weg und biete etwas aus meiner Hand an, bevor ich den Napf wieder hinstelle. ... Dadurch möchte ich nicht nur Futterverteidigung von vornherein vermeiden, sondern auch dafür sorgen, dass der Palaneri lernt, auch unter Ablenkung weiter zu fressen.

 

Kromis neigen ja leider etwas zum Mäkeln. Mein Kabou ist dafür ein ganz ausgeprägtes Beispiel. Ich versuche diesem Phänomen im Laufe der weiteren Aufzucht so gut wie möglich vorzubeugen, in dem die Welpen sehr viel verschiedenes Futter kennenlernen: jeweils verschiedenes BARF, Feuchtfutter, Selbstgekochtes, Trockenfutter, Obst, Gemüse, Reis, Kartoffeln, Hüttenkäse, ...


Du möchtest wissen, wann es Palaneri-Welpen gibt? Schau doch einfach bei meiner Wurfplanung nach.