Hunde-Führerschein

oder: Der Sachkunde-Nachweis

Seit 2013 wird er in Niedersachsen gefordert: Der Hundeführerschein. Er besteht aus zwei Teilen: einer theoretischen und einer praktischen Prüfung. Du kannst die Prüfungen an einem Tag ablegen, oder auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Gefordert wird im Niedersächsischen Gesetz über das Halten von Hunden (NHundG), dass die 

  • theoretische Prüfung vor Aufnahme der Hundehaltung
  • praktische Prüfung während des ersten Jahres der Hundehaltung

erfolgreich abgelegt wird. Entsprechend erwarte ich, dass du mir den Nachweis über die bestandene Theorie-Prüfung (oder eine Kopie davon) spätestens am Tag der Abholung deines Palaneri's vorlegst. Auch in einigen anderen Bundesländern wird ein Sachkunde-Nachweis gefordert. Aber selbst wenn nicht? Schadet es, sich ein wenig mit der Theorie zur Hundehaltung zu beschäftigen?

 

Anerkannt sind in Niedersachsen diese Prüfungen:

  • Die Abschlussprüfung zur Tierpflegerin/zum Tierpfleger in der Fachrichtung Tierheim und Tierpension
    gemäß § 10 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Tierpfleger/zur Tierpflegerin
    vom 3. Juli 2003 (BGBl. I S. 1093)

  • Die BHV-Hundeführerscheinprüfung der Stufe 1 sowie
    die BHV-Hundeführerscheinprüfung der Stufe 2 
    des Berufsverbandes der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V. (BHV)
    nach der Prüfungsordnung
    von 2001 bzw. vom 01.01.2014

  • Der D.O.Q.-Test 2.0 der Tierärztlichen Arbeitsgemeinschaft für Hundehaltung e.V. (TAG-H)
    nach der Prüfungsordnung zum theoretischen Prüfungsteil und
    nach der Prüfungsordnung zum praktischen Prüfungsteil
    jeweils vom 15.08.2013

  • Der „Hundeführerschein nach IBH e.V.-Richtlinien mit Sachkundenachweis“, bestehend aus
    „Sachkundenachweis nach IBH-Richtlinien“ in Verbindung mit
    „Praktische Prüfung zum Hundeführerschein nach IBH-Richtlinien“
    nach der „Prüfungsordnung Hundeführerschein sowie Sachkundenachweis nach IBH e.V. Richtlinien“
    Stand 01.2014.

  • Der „Hundeführerschein des BVZ Hundetrainer e.V.“
    nach der „Prüfungsordnung für den Hundeführerschein des BVZ Hundetrainer e.V.“
    Stand 02.2017 (Nds. MBl Nr. 26/2017 S. 831).

  • Die DHVE-Hundeführerscheinprüfung der Stufe 1,
    die DHVE-Hundeführerscheinprüfung der Stufe 2, sowie
    die DHVE-Hundeführerscheinprüfung der Stufe 3
    nach der Prüfungsordnung des Dachverbandes für Haustierverhaltensberatung in Europa e. V. (DHVE)
    vom 21.07.2017 (Nds. MBl Nr. 35/2017 S. 1159).

Theoretische Sachkundeprüfung

In der theoretischen Sachkundeprüfung musst du nachweisen, dass du über diese Themenbereiche bescheid weißt:

  1. die Anforderungen an die Hundehaltung unter Berücksichtigung des Tierschutzrechts
  2. das Sozialverhalten von Hunden und rassespezifische Eigenschaften von Hunden
  3. das Erkennen und Beurteilen von Gefahrensituationen mit Hunden
  4. das Erziehen und Ausbilden von Hunden und
  5. Rechtsvorschriften für den Umgang mit Hunden

Du musst 40 Multiple-Choice-Fragen aus den 5 Themengebieten beantworten und dabei mindestens 80% der möglichen Punkte erreichen. Es gibt Hundeschulen, die Vorbereitungsangebote für die theoretische Prüfung bereithalten. Du kannst dich jedoch auch in entsprechenden Büchern informieren und online üben. Wenn du ein wenig die Suchmaschinen quälst, findest du jede Menge Online-Fragebögen.

Praktische Sachkundeprüfung

Die praktische Sachkunde-Prüfung besteht aus 3 Teilen:

  1. in einer ablenkungsarmen Umgebung (z.B. abgeschiedene Wiese, ruhiger Parkplatz)
  2. in einer belebten öffentlichen Grünanlage bzw. einem Hundeauslaufgebiet
  3. im innerstädtischen Bereich

Überwiegend erfolgt die Prüfung mit dem angeleinten Hund. Für den Rückruf kannst du aufgefordert werden, den Hund abzuleinen. Lass dich nicht darauf ein, falls die Prüfung während der Brut- und Setzzeit stattfindet! Habe für den Fall eine Schleppleine dabei.

 

Ansonsten sollst du bei der praktischen Prüfung zeigen, dass du deinen Hund sicher führen und seine Aufmerksamkeit einfordern kannst, wenn er abgelenkt ist. Darüber hinaus wird geprüft, ob du die Situation jederzeit im Griff hast: Erkennst du "Gefahrenpotenziale"? Wie gehst du damit um? Wie schnell kannst du deinen Hund beruhigen? ...

 

Deine Hundeschule wird dich bestimmt intensiv auf diese Prüfung vorbereiten. Sofern keine expliziten Trainingsstunden zur Vorbereitung auf die praktische Prüfung angeboten werden, wird dir vermutlich alles erforderliche während der üblichen Erziehungsstunden vermittelt. Frage deinen Trainer hin und wieder nach seiner Einschätzung, ob ihr für die praktische Sachkundeprüfung bereit seid.

Ausnahmen

Nicht von jedem (künftigen) Hundehalter in Niedersachsen wird der Sachkundenachweis gefordert. Das NHundG hat einige Ausnahmen formuliert. Dazu gehören unter anderem Personen, die innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Aufnahme der Hundehaltung über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren ununterbrochen einen Hund gehalten hat. In dem Fall wird angenommen, dass diese Person bereits sachkundig ist.


Hier findest du ebenfalls jede Menge Informationen zum Hundeführerschein; unter anderem eine Liste der anerkannten Prüfer, Literaturempfehlungen, Testfragen und Vieles mehr.