Du willst also einen Kromi.

Bist du dir ganz sicher? Ich möchte dich noch mal zum gründlichen Nachdenken animieren. Und beginnen möchte ich mit einem Zitat aus dem Buch Charakterhunde von Katharina von der Leyen. Denn besser könnte ich es auch nicht sagen:

 

"Das Dumme ist, dass der Hund eben kein Gebrauchsgegenstand ist, den man kaufen und wieder für eine Weile vergessen kann. Hunde sind teuer, stinken, haaren, sind zeitraubend und bedeuten Arbeit. Mit dem Kaufpreis von fünfhundert bis zweitausend Euro ist es noch lange nicht getan; dazu kommen Futter- und Tierarztkosten, Haftpflichtversicherung, Kosten für Hundekörbe (wenigstens der erste wird meistens zerkaut) und Ausgaben für den Hundesalon bei den Rassen, die geschoren oder getrimmt werden wollen. Hunde kosten Zeit, Geduld und Nerven. Junge Hunde pieseln überall hin, fressen Möbel an, räumen den Mülleimer aus und verteilen den Restinhalt von Thunfischdosen auf dem neuen Sofa, sie haben kein Taktgefühl, aber Blähungen, sie wälzen sich in entsetzlichen Sachen, beißen fremde Hunde und Jogger und bekommen Durchfall nur auf den teuersten Teppichen.

 

Es ist hart im strömenden Regen alle zwei Stunden darauf zu hoffen, dass der Welpe sich löse. Es ist noch härter, wenn er sich nur die Sehenswürdigkeiten anschaut und dann - endlich! - einen See in den warmen Flur macht.




Es ist hart, ihn nicht zu erwürgen, wenn er aus den Lieblingsschuhen Sandalen gemacht hat, und es ist noch härter, streng und konsequent mit ihm zu sein, wenn er schief auf einer Hüfte vor einem sitzt und einen mit schräg gehaltenem Kopf erstaunt betrachtet, hechelnd und völlig zufrieden mit sich selbst.



Es ist hart, das Haus für Gäste sauberzumachen, und danach mit ansehen zu müssen, wie er mit Matschpfoten durchs Haus rast, sich auf dem Teppich erbricht, mit seiner Rute einmal über den Sofatisch wedelt und dann seine losen Haare neben dem Sofa abschüttelt.


Es ist hart, mitten in der Nacht einen Tierarzt zu finden.




Es ist hart, bei der Erziehung nie zu vergessen, dass es ein Hund ist, mit dem wir es zu tun haben, der ein völlig anderes Gesichtsfeld und Verständnis von den Dingen hat, als wir.



Es ist hart, sich in seine Lage zu versetzen: Wir erwarten filmreife, märchenhafte Dinge von unserem besten Freund, wir messen ihm menschliche Werte bei, die er nicht hat, und bestrafen ihn dann dafür, dass er unsere Erwartungen nicht erfüllt.




Manchmal ist es sogar hart, ihn hinter den Ohren zu kraulen, wenn er den ganzen Tag darauf gewartet hat, dass man endlich nach Hause komme.


 

Wer sich also einen Hund wünscht, muss willens und fähig sein, das Vergnügen und die Verantwortung zu übernehmen - die volle Verantwortung für das ganze Leben einer lebendigen Kreatur. Hunde sind, im Gegensatz zu Kindern, niemals unabhängig. Für einen Hund ist sein Herr sein Leben lang das ganze Universum, verantwortlich für Futter, Wasser, Liebe, medizinische Versorgung und schlechtes Wetter. Er wird anders als bei einem Kind, nicht mit der Zeit langsam unabhängiger, bis man ihn irgendwann gehen lässt. Bei Hunden ist das Gehenlassen manchmal sehr plötzlich, jedenfalls immer endgültig."

 

Und nicht zu vergessen, dass du dir zusammen mit der Anschaffung eines Hundes per se schon mal eine ganze (große) Gruppe an Feinden zugelegt hast. Unsere Welt ist leider nicht immer hundefreundlich. Es gibt viele Hundehasser. Und die Hundehalter werden gleich mit-gehasst. Das zeigen schon allein die vielen, immer wieder ausgelegten Giftköder.

 

Leider gibt es auch bei uns Hundehaltern schwarze Schafe, die die Hinterlassenschaften ihres Hundes nicht aufnehmen und entsorgen. Unter anderem sind sie es, die andere Menschen zu Hundehassern erziehen. Auch wenn man selbst zu den artigen Hundehaltern gehört und schon auffällig mit der Kottüte herum wedelt, wird man trotzdem noch angeschnauzt, dass man "das da" gefälligst sofort und ordentlich wegmachen soll. Auf diese und unzählige andere Gespräche kannst du dich schon mal vorab einstellen. 

 

Mich schreckte all das nicht ab.

 Aber ich habe mich vor der Anschaffung meines ersten Hundes Kabou intensiv informiert und mir sehr viele Gedanken über ein Leben mit Hund gemacht.

 

Niemand gibt mir soviel bedingungslose Liebe wie meine Kromis. Sie sind immer an meiner Seite. Sie verbreiten Lebensfreude, auch wenn ich mal nicht so gut drauf bin. Sie würden mich nie verlassen, egal wie alt, krank, anstrengend, unausgeglichen, hormonell belastet oder was auch immer ich bin. Und ich würde ich sie niemals verlassen, egal wie alt, krank, anstrengend, unausgeglichen, hormonell belastet oder was auch immer sie sind.