Wie wird der Umzug für deinen Kromi angenehmer?

Es ist so weit? Du holst (endlich) deinen Palaneri-Welpen zu dir nach Hause? Herzlichen Glückwunsch! Ich freue mich sehr für dich! Wo du nun vor Vorfreude fast Purzelbäume schlägst, steht dem kleinen Kromi der jedoch der bisher schwerste Tag in seinem kurzen Leben bevor:

 

Auch wenn du deinen süßen Schatz in den letzten Wochen hoffentlich häufig besucht hast, bist du für ihn noch ziemlich fremd. Und du nimmst ihn aus seinem vertrauten Umfeld. Er kennt ja bisher noch nicht viel Anderes als meine Kromis, mein Haus, meinen Garten und mich.

 

Klar, da waren ziemlich viele Besucher und auch andere Hunde. Aber das fand alles im bisher gewohnten Lebensraum des Welpens statt. Und in der Nähe seiner Kromi-Mama, seinen Geschwistern und mir, seiner Menschen-Ziehmama. Das alles gab ihm die Sicherheit, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Ja, auch Ausflüge haben wir unternommen. Aber auch dann waren Mama und Ziehmama dabei. In uns haben die Welpis ein unerschütterliches Grundvertrauen.

 

Und nun kommst du und reißt dem Lütten sein Sicherheitsnetz weg! Was für ein Schock!!!

 

Klingt dramatisch? Ist für den Welpen auch so! Umso mehr bist du nun gefragt. Von der ersten Sekunde an musst du ihm beweisen, dass du deinen Kromi bedingungslos liebst, in jeder Situation für ihn da bist, ihn immer beschützt, ihm die neuen Spielregeln erklärst und sie mit liebevoller Konsequenz durchsetzt.

 

Ein paar Dinge, die du bis zum Umzugstag geklärt haben solltest, habe ich dir ja hier schon aufgeschrieben. Für die nächsten Tage solltest du außerdem deinen Terminkalender aufgeräumt haben:

  • Mindestens zwei bis drei Wochen Urlaub sind schon erforderlich, damit dein Kleener sich bei dir erst einmal orientieren und einigermaßen ankommen kann.
  • Im besten Fall warst du schon für die nächsten Tage einkaufen.
  • Arzttermine und andere Termine (Friseur, Steuerberater,...) solltest du auch bereits abgehakt oder erst wieder in frühestens zwei Wochen im Kalender stehen haben.
  • Ohne deinen Palaneri feiern gehen, solltest du auch erst mal von deiner ToDo-Liste streichen.

Kurz gesagt:

Dein Kleiner sollte in nächster Zeit - außer zum Allein-sein-Training selbstverständlich! - noch nicht allein gelassen werden. Er muss erst mal bei dir ankommen und heimisch werden. Sich darauf verlassen können, dass du immer wieder kommst, wenn du doch mal gehst. Und das geht bei unseren anhänglichen Kromis nur in kleinen Schritten. Nicht von null auf hundert.

 

 

Ein ganz kleines Bisschen habe ich deinen Palaneri auch schon auf den Abschied vorbereitet:

 

So kennt er schon sein Halsband. Vielleicht auch seine Leine und seine neue Box, wenn du diese zuvor bei uns zwischengelagert hast. Der Spatz ist schon mehrere Male mit der ganzen Horde aber auch allein mit mir Auto gefahren.

 

Hin und wieder war er mit mir allein in einem anderen Raum als seine Kromi-Familie.

 

Grundsätzlich ist ihm die Situation also schon nicht mehr total fremd. Auch bekommt dein Süßer etwas von mir mit auf den Heimweg, was unseren Geruch an sich hat.

 

Und im besten Fall warst du während der Aufzuchtphase ganz häufig hier, so dass dich dein Palaneri auch schon recht gut kennt.

 

 

Komm bitte ausgeruht und entspannt bei mir an.

 

Ich weiß, der Tag ist aufregend und das mit der Entspannung ist dann nicht so leicht. Aber je ruhiger du bleibst, desto leichter wird es für deinen kleinen Schatz. Denn -und das kannst du dir gleich grundsätzlich merken- Kromis bemerken jede deiner Emotionen und Reaktionen. Bist du angespannt, ist es auch dein Kromi.

 

Außerdem wird dein Kleiner in den kommenden Nächten deinen Erholungsschlaf sicher das eine oder andere Mal unterbrechen. Da schadet es nicht, ausgeruht in dieses Abenteuer zu starten.

 

 

Hast du eine weite Fahrt vor dir? Dann überlege dir bitte, ob du es irgendwie einrichten kannst, bereits einen Tag vor dem Umzug deines Welpen anzureisen. Das würde allen eine Menge Stress nehmen:

 

Stell dir vor, du hast 4 Stunden Fahrt vor dir und bist gegen 11 Uhr bei mir. Dann werden wir erst noch in Ruhe quatschen, uns mit deinem Palaneri beschäftigen, vielleicht etwas essen und trinken, die Formalitäten erledigen und einen Abschiedsspaziergang mit dem Lütten machen, damit er auch schön groggy ist und hoffentlich während der Fahrt die meiste Zeit schläft. Vor 14 oder 15 Uhr kommst du garantiert nicht weg. Eher später...

 

Dann noch die 4 Stunden Rückfahrt. Dein Welpi wird zwischendurch mindestens eine vernünftige Pause benötigen. Also nicht nur fünf Minuten. Er soll sich in Ruhe lösen können. Und sich auch etwas bewegen. Vielleicht auch etwas trinken. Zu Fressen würde ich ihm unterwegs nichts geben - falls ihm wider Erwarten doch übel werden sollte.

 

Bis ihr Zuhause angekommen seid, ist es nun also locker schon 19 Uhr. Wenn ihr ohne Stau durchgekommen seid! Und auch nur, wenn ihr ganz pünktlich in Hohenhameln losgefahren seid. Vielleicht wird es sogar schon dunkel? Und dein Palaneri kennt bei dir zu Hause noch nix! Und dann noch die vielen fremden Gerüche und Geräusche, die er noch nicht einordnen kann.

 

Er sollte genug Zeit haben, mit dir zusammen heute noch die wichtigsten Plätze in aller Ruhe kennen zu lernen. Er muss wissen, wo er sich lösen darf. Er muss mit dir zusammen deine Wohnung und ggf. deinen Garten erkunden. Du musst ihm erklären, wo seine Kuschel- und sein Schlafplätze sind. Wo findet er Wasser? Wo gibt es etwas zu fressen? Gibt es andere Mitbewohner? ... All' das musst du noch mit ihm zusammen entdecken.

 

Und überlege, wie anstrengend das alles für deinen Kleinen ist! Das ist ein echt langer und aufregender Tag für deinen neuen Mitbewohner. Mach nicht alles auf einmal. Nimm dir für jeden Schritt ausreichend Zeit. Kommst du aber erst um 19 Uhr oder später an, dann wird das alles schon ganz schön eng und wird deinen kleinen Palaneri ganz sicher überfordern.

 

Daher noch mal meine Bitte:

 

Denk bitte darüber nach, ob es dir für einen entspannteren Start in euer gemeinsames Leben nicht eine Hotelübernachtung wert sein sollte. Du kannst uns an deinem Anreisetag selbstverständlich bereits zu Besuch kommen. Dann können wir auch schon alle Formalitäten erledigen. Vielleicht frühstücken wir am nächsten Morgen dann ganz entspannt zusammen? Jedenfalls bist du dann vormittags schon auf dem Heimweg und hast noch alle Zeit der Welt, deinem neuen Kumpel seine neue Welt zu zeigen.

 

Übernachtungsmöglichkeiten in unserer Nähe findest du hier.

Weitere Übernachtungsmöglichkeiten, die ich im Laufe der Zeit herausgefunden habe:

 

 

Eure Pipi-Pause sollte übrigens keinesfalls auf einer Autobahnraststätte stattfinden. Zu laut, zu hektisch, zu gefährlich, zu dreckig. Getankt hast du bitte schon, bevor du deinen Schnuckel bei mir abholst. In Hohenhameln befinden sich 2 Tankstellen, die eigentlich immer zu den günstigsten in der Umgebung gehören.

 

Suche dir bereits vor dem Umzugstag einige Orte aus, die sich abseits der Autobahn als Pipi-Pausen-Platz eignen könnten. Ein Feldweg. Eine Wiese abseits der Straße. Ein Waldstück. ... So hast du dann - je nach Bedarf - verschiedene Möglichkeiten in Petto. Bei dieser Planung ist mir google-maps im Satellite-Modus eigentlich immer ein ganz guter Helfer. 

 

Viele Welpen verkriechen sich gern zwischen den Beinen ihrer Menschen. Das ist gut so! Dort fühlt er sich sicher. Und du kannst ihn in der Position gut beschützen. Gib dieser Position am besten gleich mal einen Namen; vielleicht "Home" oder "Safe"? Das wird dir immer nützlich sein!

 

Kommt zum Beispiel ein anderer Hund auf euch zugerannt, ist dein Schatz schon mal links und rechts durch deine Beine geschützt. Nun sei unbedingt selbstsicher: Stelle dich aufrecht hin, atme nochmal tief durch, setze dabei eine selbstbewusste, ernste Miene auf, sage laut und bestimmt "Stopp!", während du dem anderen Hund deine beiden aufgestellten Handflächen entgegen schleuderst und dich dabei bedrohlich nach vorne lehnst. Die meisten Hunde werden nun stehen bleiben oder wieder weg gehen. Bleibt er nur stehen, bitte seinen Halter nun freundlich, seinen Hund anzuleinen, da du deinen Welpen gerade erst abgeholt hast. Das sollte wirklich jeder verstehen.

 

Lässt sich der Hund jedoch nicht beeindrucken und kommt weiterhin auf euch zu, musst du all deinen Mut zusammennehmen und ihn körperlich auf Abstand halten. Schubse ihn weg und sage dabei bestimmt, ruhig, laut und deutlich "nein!" oder "ab!". Egal von welcher Seite er sich auch versucht anzuschleichen, verbiege und verdrehe dich, ohne deine Füße zu bewegen, damit dein Welpi ruhig sitzen bleiben kann. (Vielleicht übst du das vorher zuhause schon mal ohne Hund aber mit einem Eimer zwischen deinen Beinen?) Im Normalfall sollte der andere Hundehalter sehen, dass du 'not amused' über das Verhalten seines Hundes bist und nun zu euch eilen, um dir zu helfen. Wenn nicht, rufe ihn herbei. 

 

Und was hat dein Palaneri jetzt schon gelernt? Mein Mensch ist ein Held! In seiner Nähe kann mir nix passieren. Bei ihm bin ich sicher. Ihm kann ich vertrauen. - Immer! Eine der wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse für ihn überhaupt!

 

 

Ich bin bisher immer gut damit gefahren, meine Neuankömmlinge auf dem Arm bzw. Schoß habend ins neue Zuhause zu bringen. Auch wenn es eigentlich nicht erlaubt ist... Ich bin aber aber überzeugt davon, dass es gut ist, wenn der Kleene während dieser bisher wohl schlimmsten Stress-Situation seines jungen Lebens deine Nähe spürt, dich riecht, vielleicht sogar deinen Herzschlag hört und sich bei dir geborgen fühlt. Außerdem legt die Nähe in dieser schweren Zeit deines Kleinen bereits einen soliden Grundstein für eure künftige Bindung.

 

Das setzt allerdings voraus, dass dich eine weitere Person am Umzugstag zu mir begleitet und das Auto fährt. Vielleicht musst du jemanden dafür organisieren? Erledige das frühzeitig. Vor allem, wenn dein Chauffeur dafür womöglich einen Urlaubstag benötigt.

 

Auch wenn ich das Autofahren mit den Welpis geübt habe: Zumindest anfänglich wird dein Palaneri bestimmt fiepen, vielleicht auch jaulen. Er vermisst seine Mama und seine Geschwister. Vielleicht auch mich?! Auch wenn's schwer fällt: Nicht bemitleiden! Mitleid würde ihn in dieser Situation bestätigen, was bedeutet, dass du sein Jammern richtig findest.

 

Nachvollziehbar ist sein Verhalten ja, aber nicht richtig. Halte den Lütten einfach, lege deine ruhige, warme Hand still auf ihn. Streichele ihn nur dann, wenn der nicht jammert. Zeig ihm "Ich bin für dich da." Sprich nicht mit ihm darüber, dass er, der Arme, ja nun alle zurücklassen musste. Erzähle ihm stattdessen freudig über sein neues Zuhause, welche tollen Dinge ihr gemeinsam erleben werdet,...

 

Nee, is' klar! Ich weiß auch, dass er (vermutlich) nicht versteht, was du ihm erzählst, aber er merkt, wie du es ihm erzählst. Und dein Tonfall, deine Stimme, deine gesamte Ausstrahlung wird positiver sein, wenn du über die vor euch liegenden, gemeinsamen, tollen Erlebnisse sprichst.

 

Bitte vermeide alle Umwege und Besuche, die weitere Aufregung und somit Überforderung bedeutet. Nicht noch bei den Eltern oder Schwiegereltern anhalten, weil die doch noch nie einen Kromi gesehen haben. Auch das Patenkind, dass schon so verrückt nach dem Lütten ist, wird sich noch ein paar Tage in Geduld üben müssen. Auch solltest du heute keinen Besuch mehr empfangen. An der Länge der noch folgenden Liste kannst du erahnen, was dein Süßer heute auch ohne weitere Aufregung noch zu verarbeiten (zu verkraften?) hat.

 

Ihr seid endlich zu Hause?

 

Einen richtigen Spaziergang braucht der kleine Palaneri heute definitiv nicht mehr. Und Besuch oder gar eine Willkommensparty schon gar nicht. Dieser Tag ist auch so schon aufregend und anstrengend genug für ihn. Trage ihn einfach sofort zu seinem Löseplatz und warte dort mit ihm. Er wird schnüffeln und auf jeden Fall pieseln. Vielleicht braucht er ein Weilchen. Gib ihm etwas Zeit. Lobe ihn, wenn es geklappt hat. Je mehr du diese Erfolge draußen mit ihm feierst und vielleicht mit Leckerli belohnst, desto schneller wird dein Palaneri begreifen, dass draußen der richtige Platz dafür ist. Ob er auch gleich noch etwas anderes erledigt, wird sich zeigen.

 

Möchtest du, dass dein Kromi später sozusagen auf Kommando seine Geschäfte machen kann? Dann sage deine Schlüsselworte, während er das Jeweilige erledigt. Bei mir hat er "Pipi" und "Häufchen" gehört, aber du kannst auch andere Worte verwenden.

 

Merkst du, dass dein Lütter hier schon etwas merkwürdig oder beängstigend findet, gehe darauf ein. Damit meine ich nicht, dass du ihn in seiner Sorge bestätigen sollst. Im Gegenteil: Zeige ihm, dass er -genau wie du- total entspannt bleiben kann. Dass das, was er da gesehen, gerochen oder gehört hat, gar nicht gefährlich ist.

 

Gehe zu dem Gegenstand. Hocke dich daneben. Berühre es. Und sprich dabei begeistert und aufmunternd mit dem Gegenstand - nicht mit deinem Welpen. Er wird bestimmt bald zu dir kommen und sich anschauen wollen, was du da so toll findest.

 

Falls er sich noch nicht traut, gehe noch mal etwas auf ihn zu und versuche ihn ein paar Schritte mitzunehmen (nicht hintragen). Dann verkürzt ihr so nach und nach gemeinsam den Abstand zu dem merkwürdigen Ding.

 

Ziel ist es, dass dein Kleiner letztlich direkt an dem Ding steht und es beschnuppert. Vielleicht sogar anstupst. Und dann machst du eine Party und lobst ihn überschwänglich! Schließlich habt ihr gerade zusammen ein richtig aufregendes Abenteuer erlebt. Vielleicht kann er sogar schon ein Leckerli von dem komischen Ding runtersammeln?

 

Und wieder hat dein Palaneri gelernt: Mein Mensch ist so mutig! Auf ihn kann ich mich verlassen. Er zeigt mir die große, weite Welt!

 

 

Hast du ihm den Löseplatz in deinem Garten gezeigt? Dann möchte dein mutiger Welpe ihn vielleicht direkt mit dir erkunden. Er hat ja gerade lange genug im Auto stillhalten müssen. Dann lass ihn schauen und schnuppern, wo er möchte. Bleibe aber immer an seiner Seite. Unternimm diese Erkundungstour mit ihm gemeinsam. Sei immer für ihn da, wenn ihm etwas unheimlich ist. Aber auch, wenn er etwas Tolles findet.

 

Höchstwahrscheinlich hat er aber schon genug von der aufregenden Reise. Dann schnappst du dir jetzt deinen Süßen und trägst ihn in dein Haus. Den Garten könnt ihr nämlich auch noch bei einem der nächsten Puller-Alarme erkunden.

 

 

Begleite deinen Welpen zu seinem Ruheplatz. Zeige ihm auf dem Weg dort hin, wo sein Wasser und sein Futter steht. Durst hat er jetzt bestimmt. Ob er trotz aller Aufregung auch schon etwas fressen mag? Probiere es ruhig aus.

 

Dann setze dich gemeinsam mit deinem Lütten auf seinen Ruheplatz. Sage dabei etwas wie "auf deinen Platz". Sage das immer, wenn du ihn dort hin bringst oder wenn er sich von alleine dort hin zurückzieht. Du wirst verblüfft sein, wie schnell er versteht, was du damit meinst und bald immer auf seinen Platz geht, wenn du ihm die gleichen Worte sagst. Das Mitbringsel, welches nach Mama und seinen Geschwistern riecht, hilft ihm auch hier beim Wohlfühlen.

 

Nun seid ihr zum ersten Mal auf diesem Ruheplatz. Streichle ihn. Gib ihm das eine oder andere kleine Leckerli. Rede eventuell ruhig auf ihn ein. Vielleicht schläft er dann irgendwann ein. Er müsste eigentlich total groggy sein. Sein kleines Hirn hat bis hier her auch schon jede Menge zu verarbeiten. Vermutlich kannst du das sogar sehen: Die Beinchen zucken dann gerne mal im Schlaf. Manchmal laufen sie richtig im Liegen. Wenn es richtig spannend und aufregend war, fiepen oder wuffen sie sogar beim Träumen. Das ist total süß zu beobachten. Freue dich darauf!

 

Schön wäre es, wenn dein Palaneri neben dir und nicht auf dir einschläft. Erstens hast du dann die Chance dich zu bewegen oder aufzustehen, ohne den Lütten aufzuwecken. Zweitens ist er dann gleich etwas daran gewöhnt dort auch ohne dich zu liegen. Bitte bleibe im gleichen Raum, wenn dein Welpe die ersten Male bei dir zu Hause einschläft. Er sollte dich sofort sehen können, wenn er aufwacht, damit gar nicht erst sowas wie Panik aufkommen kann. Bedenke, dass er bisher immer seine Familie um sich hatte, wenn er aufwachte. Wie schlimm wäre es, wenn jetzt nicht einmal mehr du da wärest? 

 

Dein Welpe ist noch viel zu munter zum Schlafen? Dann lass ihn noch den Raum erkunden, in dem sich sein Ruheplatz befindet. Du bist dabei selbstverständlich wieder stets an seiner Seite. Schließe jedoch die Türen zu anderen Räumen. Alles zu erkunden könnte eben wirklich noch zu viel für den Kleinen sein. Je ruhiger du die Ankunft gestaltest, umso leichter machst du es deinem Palaneri.

 

Kromi-Welpen überschätzen sich gern. Auch beim Spielen mit anderen Hunden oder Kindern. Sie merken nicht, dass sie eigentlich schon fix und fertig sind und überdrehen total, bis sie irgendwann mitten im Spiel umfallen und schlafen. Dann war es eindeutig zu viel. Soweit solltest du es möglichst nicht kommen lassen.

 

Dann musst du deinen Schatz rechtzeitig mal sanft zur Ruhe "zwingen". Er muss lernen zu entspannen. Auch das gehört zu seinem Entwicklungsprozess dazu. Welpen brauchen ausreichend Schlafphasen. Nicht nur zur Erholung, sondern auch damit sein Gehirn alles in Ruhe verarbeiten kann. Damit er lernen kann. Mehrmals täglich wird dein Kleiner für 30 - 60 Minuten in komatösen Tiefschlaf fallen. 20 Stunden Ruhephasen am Tag sind durchaus normal.

 

  Während dein Schnuckel schläft... Könntest du dich bitte bei mir melden und mir berichten, dass ihr angekommen seid und wie eure Reise war?  

 

Dein Welpe ist wieder fit und munter? Trage ihn sofort wieder zu seinem Löseplatz, bevor irgend etwas schief gehen kann. Allgemein lässt sich sagen, dass so ein kleiner Fratz, wenn er wach ist, ungefähr alle 2 Stunden mal raus muss. Vor allem aber nach jeder Mahlzeit, nach jedem Schlaf und nach jedem Spiel.

 

Dann ist es vielleicht Zeit seine neue Welt weiter zu erkunden. Den Rest des Wohnbereichs kennt dein Süßer ja ebenfalls noch nicht. Da habt ihr noch viel Aufregendes vor euch! Wenn der Lütte Pausen einlegen möchte - kein Problem. Lasst euch Zeit. Du hast doch heute sowieso nichts anderes mehr vor, oder? Lass den Kleenen das Tempo bestimmen.

 

Hilf ihm, wenn etwas schwierig ist. Traut er sich irgendwo nicht hin, überlege, was ihn gerade hemmen könnte. Ist es ein Gegenstand oder Geräusch, zeige es ihm. Ist dein Palaneri einfach unsicher, hilft es manchmal auch, wenn ein Ball oder ein Leckerli in den Raum hineinkullert. Dem wird er bestimmt folgen.

 

Muss er vielleicht mal an den Wasser- oder Futternapf erinnert werden? Und wenn er erst mal wieder genug erkundet und gespielt hat, geht ihr noch noch mal raus, bevor ihr wieder eine Spiel-, Kuschel- oder Schlafphase einlegt.

 

 

Die anderen Mitbewohner müssen ja auch noch kennengelernt werden, sofern dass nicht schon bei den Besuchen bei mir oder bei der gemeinsamen Heimfahrt passiert ist. Wichtig ist auch dabei, den Welpen nicht zu überfordern. Stell dir vor, du sitzt nichtsahnend auf deinem neuen Bett in einem fremden Land, und plötzlich kommen unbekannte Riesen angerannt, die wie wild auf dich einreden und dich alle antatschen. Würde dich das nicht auch einschüchtern?

 

Gerade für Kinder ist es schwierig, die unbändige Freude über den neuen Mitbewohner im Zaum zu halten. Du solltest bereits vor dem Einzug des kleinen Palaneris ausführlich mit ihnen über den Welpen gesprochen und auch ihnen die "Spielregeln" mit dem Hund erklärt haben, so dass du jetzt - falls notwendig - nur noch mal daran erinnern musst.

 

Egal, wer den Lütten kennenlernen soll: Die Person sollte sich möglichst auf den Boden des Raumes setzen, in dem sich der bereits bekannte Ruheplatz befindet. Am besten ist es, wenn der Welpe erst mal gar nicht beachtet wird. Nicht hinschauen, nicht locken, nicht ansprechen und vor allem noch nicht berühren. Unterhaltet euch.

 

Der Welpe wird von sich aus irgendwann neugierig genug sein, zu der fremden Person kommen und schnüffeln. Erst dann ist die Zeit für eine vorsichtige Kontaktaufnahme seitens des Menschen gekommen. Bis es soweit ist, könnt ihr euch unterhalten, fernsehen, euch mit herumliegenden Welpenspielzeug beschäftigen oder was auch immer. Locker bleiben. Es wird nicht lange dauern, bis der Kleine angeschnüffelt kommt.

 

Der Kleine sollte jedoch keinesfalls festgehalten werden. Möchte er wieder gehen und Abstand haben, dann wird ihm das gewährt. Seine Neugier wird ihn früher oder später wieder zu dem Menschen führen.

 

So sollte es in Zukunft auch mit allen Besuchern laufen; egal ob er deinem Kromi schon bekannt ist oder nicht: Immer erst auf die Kontaktaufnahme durch den Hund warten!

 

Noch ein Wort zu den Ruheplätzen:

Diese sollten für deinen Palaneri Rückzugsorte sein. Der sichere Hafen. Oder wie wir es früher beim Fangenspielen nannten: "Das ist Pulle." Dort darf ihm niemand etwas tun. Nach der (kurzen) Eingewöhnungsphase wird er dort auch nicht mehr angefasst oder bespielt. Das passiert nur noch außerhalb der Ruheplätze. Das gilt auch und vor allem für Kinder! Der Kleene soll wissen, dass er immer seine absolute Ruhe vor den Menschen hat, wenn er sich dort hin zurückzieht. Die einzige Ausnahme ist, wenn der Hund sich durch den Rückzug auf seinen Ruheplatz einer Maßnahme (z. B. Medikamentengabe, Korrektur o. Ä.) entziehen will.

 

Selbst wenn ich mit meinen Kromis wie irre durchs Haus tobe und sie springen dabei auf einen ihrer Plätze, bleibe ich immer davor stehen und drehe ab. Zerr- oder Fangspiele sind sofort beendet! ... und werden meist direkt wieder begonnen, in dem sie wieder von ihrem Platz herunter und mir hinterher springen.

 

Damit dein Kromi dort auch wirklich zur Ruhe kommen kann, sollte der Ruheplatz nicht an neuralgischen Verkehrsknotenpunkten in deiner Wohnung liegen. Eine "abgelegene Ecke", von der aus nicht die Tür bewacht werden kann und an der nicht ständig jemand direkt vorbei läuft (vielleicht zwischen Wand und Sofa?), hilft deinem Kromi beim Runterfahren. 

 

  Dieser spannende Tag neigt sich dem Ende zu und die erste gemeinsame Nacht steht euch bevor? Ich bin mir sicher, dass ihr beide mehrmals in dieser Nacht wach sein werdet!

 

Gehe unbedingt noch mal mit deinem Palaneri zu seinem Löseplatz. Lasse ihm ausreichend Zeit, alles loszuwerden. Dann wird auch nicht mehr gespielt oder getobt; das würde den Lütten nur wieder aufpuschen. Stelle seinen Schlafplatz direkt an dein Bett. Versuche den Bewegungsradius des Lütten in der Nacht so knapp wie möglich zu halten. Lege das Tuch oder Spieli mit dem Mama-Geruch in seinen Schlafbereich und setze den Welpi dazu. Leg dich in dein Bett. Das alles passiert ohne Worte

 

Wenn du nicht möchtest, dass dein Hund ständig bei dir im Bett schläft, musst du zu Beginn sehr konsequent sein. Ich weiß, das ist gerade in der ersten Zeit besonders schwer. Aber hat dein Welpe erst mal bei dir im Bett geschlafen, wird es anschließend um so schwieriger, es ihm wieder abzugewöhnen.

 

Ich habe es genau wie nachfolgend beschrieben gemacht und bin damit sehr schnell sehr erfolgreich gewesen. Nun kann ich, wenn ich es möchte, meine Kromis heute bei mir im Bett schlafen lassen und morgen akzeptieren sie es, wieder in ihrer Box zu schlafen. Auch wissen meine Kromis, dass sie morgens zum Kuscheln ins Bett kommen dürfen. Aber erst nachdem ich es erlaubt habe. Wenn es mir noch zu früh ist, drehen sie wieder um, legen sich in ihre Box und schlafen dort seelenruhig weiter.

 

Dazu muss jedoch die Box/das Körbchen erst mal ganz sicher als Schlafplatz akzeptiert werden. Das bedeutet anfangs eine ganze zeitlang kein Menschen-Bett für den Welpen.

 

Der Kleene wird erst mal gar nicht verstehen, warum er da alleine liegen soll. Bisher musste er ja noch nie irgendwo alleine und ohne Körperkontakt schlafen. Er wird sicher unzählige Male zu dir ans Bett kommen und sich auf die Hinterbeine stellen. Und er wird einen Blick aufsetzen ... Und ein wehleidiges Fiepen ... Und es wird dir so schwer fallen, konsequent zu bleiben ... Aber du schaffst das! Und der kleine Palaneri auch.

 

Schiebe deinen Schatz einfach sanft mit der Hand zurück auf den den Boden. Sage dabei leise sowas wie "runter". (Das kannst du später auch wunderbar für runter vom Sofa, Stuhl, Bank, Mauer,... verwenden. Das erste "r" kann man später dabei so wunderbar wirkungsvoll rollen, ja fast knurren.) Dann manövrierst du den Lütten mit deiner Hand sanft zu seinem Schlafplatz und sagst dabei wieder ruhig "auf deinen Platz/ in deine Box". Versuche mal zu zählen, wie oft du das machen musst. Darüber wirst vermutlich zumindest du einschlafen. Das wirkt besser als Schäfchen-zählen.

 

Irgendwann (schon in der ersten Nacht!) hatten meine Kromis aufgehört zu fiepen und stellten sich nur noch am Bett auf. Das nahm ich als Zeichen, dass sie zwar den Grundsatz verstanden hatten, aber sichergehen wollten, ob ich auch wirklich noch da bin. Also bin ich dazu übergegangen, meine Hand aus dem Bett vor die Box hängen zu lassen. Das war nicht wirklich bequem, aber sie hörten bald auf, sich ans Bett zustellen, sondern kamen nur noch aus ihrer Box stupsten meine Hand an, ich murmelte übermüdet "in deine Box" und schob sie wieder zurück.

 

Übrigens: Falls du dich wunderst... Bei mir hat jeder Kromi (mindestens) zwei Ruheplätze. Ein Körbchen (eine Kudde) und eine Box. Die Kudde steht bei mir im Wohnzimmer und die Faltbox im Schlafzimmer. Daher gibt es bei mir auch zwei Befehle: "auf deinen Platz" und "in deine Box".

 

Mir ist grundsätzlich egal, welchen Ort sich meine Kromis von allein für ihren Rückzug aussuchen. Meist ist es sowieso das Sofa. Aber ich wollte die Möglichkeit haben, sie gezielt schicken zu können. Die Box habe ich bereits am Umzugstag positiv belegt. Ich warf Leckerli rein, die mutig heraus geholt wurden. Oder während des gemeinsamen Spiels ein Spieli. Und immer habe ich gelobt, wenn die Box betreten wurde. So war es bereits am ersten Abend kein besonderes Ding mehr für den Kleenen, in die Box zu gehen. Anfangs stand die Box tagsüber auch mit im Wohnzimmer, bis sie richtig etabliert war. Dann blieb sie im Schlafzimmer. Die Faltbox begleitet uns auch immer auf Ausstellungen und Reisen, was auch dort stets für Entspannung sorgt, weil immer "ein Stück Zuhause" dabei ist.

 

Im Normalfall - wenn du nicht total übermüdet bist - wirst du merken, wenn dein Palaneri angekrochen kommt, weil er mal raus muss. Er wird aufgeregter sein. Auch vehementer. Und spätestens wenn du es ein paar Mal nicht gerafft hast und es neben dein Bett plätschert, wirst du es zukünftig erkennen.

 

Dann heißt es, Augen aufreißen, Bettdecke wegschleudern, Welpi so auf den Arm nehmen, dass deine Hand oder dein Arm unter der Pipi-Auslass-Düse liegt, gleichzeitig in die Schlappen steigen und nix wie raus zum Löseplatz! Den Lütten absetzen, alles laufen lassen, loben, aber dann ohne Worte zurück ins Haus schlappen, Kromi auf seinen Schlafplatz positionieren und selber wieder ins Bett kippen. Ich habe in dieser Zeit immer im Jogging-Anzug geschlafen, damit ich mich nicht noch anziehen musste, bevor wir in den Park gehen konnten.

 

Gehe auf jeden Fall sofort mit deinem Lütten nach draußen. Auch wenn er eigentlich schon alles neben deinem Bett erledigt hat. Auch wenn es in diesem Fall zu spät ist, hilft es ihm zu verknüpfen, dass das Pipi nach draußen gehört.

 

Gerade am Anfang gehe lieber einmal zu oft als einmal zu wenig mit deinem Schatz nach draußen. Je öfter er Lütte es rechtzeitig zum Löseplatz schafft, desto schneller wird er 100%-ig stubenrein sein. Denk dran, mich bei der Abholung zu fragen, wie oft die Kleenen bei mir nachts noch raus mussten. Das kann dir für Zuhause einen Anhaltspunkt geben.

 

Wenn es drinnen doch mal schief gegangen ist, schimpfe nicht mit dem Kleinen. Er hat das nicht gemacht, um dich zu ärgern. Eigentlich ist es deine Schuld und nicht seine! Du hast nicht genau genug auf ihn geachtet und bist nicht oft genug mit ihm zum Löseplatz gegangen. Sage einfach gar nichts dazu. Beseitige das Unglück entweder wortlos oder sage dem Pipi, dass es dort nichts verloren hat, aber nicht deinem Welpen. Sprühe anschließen etwas Desinfektionsspray drüber, damit es nicht mehr nach Pipi riecht.

 

Nacht für Nacht stellst du den Schlafplatz deines Süßen immer etwas weiter von dir und deinem Bett weg. Anfangs nur zentimeterweise. Ist ein gewisser Abstand geschafft, können die Schritte auch etwas größer werden. Es wird nicht lange dauern, und dein Palaneri schläft an dem Ort, den du dafür auserkoren hast.

 

Noch ein Übrigens: Wenn du nicht möchtest, dass dein Kromi mit dir im Schlafzimmer schläft, schlafe du doch bitte die ersten Nächte in dem Raum, in dem auch dein Kleiner schläft. Die Nächte werden sonst bestimmt äußerst unruhig - für alle Beteiligten. Außerdem bekommst du so auch eher mit, wenn dem Lütten nachts die Blase drückt.

 

Erstes Fazit

Ihr habt heute nicht nur einen besonders einschneidenden Tag für deinen Palaneri gemeinsam überstanden, sondern ihr habt heute auch schon richtig viel Beziehungsarbeit geleistet! Und du hast schon 6 verschiedene Befehle eingeführt:

  • Home
  • Pipi
  • Häufchen
  • auf deinen Platz
  • in deine Box
  • runter

Das ist unglaublich viel. Darauf könnt ihr sehr stolz sein!


Und hier geht es zu weiteren Tipps für die ersten Tage mit deinem Palaneri.